250 Dinge, die wir an der Region mögen (71): Der Turm der Hersfelder Stadtkirche

Besonderes Heimatgefühl

Besonders schön ist der Blick auf die Stadtkirche und ihren Turm vom Riesenrad auf dem Lullusfest aus. Foto:  privat

Bad Hersfeld. Er gilt als eines der Wahrzeichen unserer Kreisstadt Bad Hersfeld, für viele „Herschfeller“ und „Hersfelder“ ist sein Anblick zugleich der Auslöser eines ganz besonderen Heimatgefühls. Es mag daran liegen, dass dieser mächtige Turm mitten in der Stadt ein einzigartiges Erscheinungsbild hat. Die fehlende Spitze betont seit langer Zeit seinen soliden Bau und lässt ihn dadurch massiger erscheinen.

Beruflich immer wieder aus der Ferne zurückkommend, kann ich es kaum erwarten, ihn wieder zu sehen. Vielleicht liegt es auch daran, dass die Begebenheit, die den Hersfeldern den Spitznamen „Mückenstürmer“ einbrachte, sich um ihn dreht. Die damalige verständliche Sorge der Bürger, er könne brennen, wich der Erleichterung, als sich herausstellte, dass die vermeintliche Rauchwolke nur ein großer dunkler Mückenschwarm in der Sommerhitze war.

Auf jeden Fall schaue ich auch heute gerne zu ihm auf, ob zur Orientierung für die Uhrzeit, für das Zentrum der Stadt, zu den Feuerwerken (bei denen mich auch immer etwas Angst um ihn und die Altstadthäuser um ihn herum beschleicht) und für die schönen Perspektiven, die man von den umliegenden Bergen auf das Stadtbild und den Turm als ruhenden Pol hat.

Besonders gern schaue ich zu ihm hinüber aus dem Riesenrad oder einem anderen Lollskarussell, und am Sonntag morgen vom Wehneberg aus, um bei guter Witterung die Posaunenbläser zu hören, die mit einem Choral den Sonntag perfekt machen.

Seit einigen Jahren (1997) bringt einem das gespendete Glockenspiel bei der Hast durch die Stadt in Erinnerung, dass gelegentliches Innehalten der Seele gut tut.

Das Durchschreiten des schönen Eingangsportals zum Gottesdienst, besonders aber bei den persönlichen Familienfeiern von Taufen, Konfirmationen und der eigenen Hochzeit lassen immer das Herz höher schlagen und erfüllen einen mit gewissem Stolz auf unsere Heimat.

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