Eröffnung des Weihnachtsmarktes: Deutliche Kritik von Stadtmarketing-Chef Kniese

Besinnlich und mahnend

Dicht gedrängt standen die Besucher auf dem Linggplatz, als der Weihnachtsmarkt eröffnet wurde. Kurz darauf herrschte an den Spezialitätenständen reger Andrang und auch die Verkaufsstände verzeichneten erste Umsätze. Mittendrin im Treiben drehten die Kinder munter ihre Runden auf dem beliebten Karussell. Fotos: Eyert

Bad Hersfeld. Ein lautes Raunen ging gestern Abend kurz nach 18 Uhr durch die Menschenmenge auf dem Linggplatz, als die Lichter des Bad Hersfelder Weihnachtsmarktes zum ersten Mal erstrahlten. Festlicher Glanz legte sich auf die Gesichter der Besucher. Fast schien es, als hätten sie es nach den trüben Tagen des Novembers kaum abwarten können, bis der größte Weihnachtsmarkt der Region Licht in die Dunkelheit bringt.

Gut entwickelt

Zuvor hatte Achim Kniese, Vorsitzender des Stadtmarketingvereins, das vorweihnachtliche Treiben mit durchaus nachdenklichen Worten eröffnet. In seiner Rede zur Eröffnung des Weihnachtsmarktes schlug der Vorsitzende des Stadtmarketingvereins, der Hotelier Achim Kniese, auch nachdenkliche und mahnende Töne an. Er erinnerte daran, dass der Stadtmarketingverein vor einigen Jahren die Ausrichtung des Marktes auf Wunsch der Stadt übernommen habe. Seither habe er sich gut entwickelt.

Die stete Professionalisierung des Weihnachtsmarktes sei auch dem scheidenden Geschäftsführer des Stadtmarketingvereins, Philipp Kaufmann, zu verdanken, der seit einiger Zeit in der Oberpfalz arbeitet und zum letzten Mal die Organisation der Marktes übernommen habe. Kniese dankte Kaufmann für dessen gute Arbeit. Nun müsse sich der Stadtmarketingverein neu strukturieren. „So wird der Weihnachtsmarkt, genauso wie das Weinfest, das wir vorübergehend in unserer Regie veranstaltet haben, sozusagen zurückfallen an die Stadt Bad Hersfeld“, erklärte Kniese. Dies sei einvernehmlich vereinbart worden.

Passend zum Anlass sangen die Meiß-Chöre weihnachtliche Weisen.

Deutliche Kritik übte Kniese an der „besonders belastenden Diskussion“ um die Festspiele 2014 und den Streit um deren Bestand überhaupt. „So geht das nicht“, stellte er fest. Irritierende Nachrichten vom Gezerre um die Festspiele hätten bundesweit die Runde gemacht. „Das hat dem Ruf und dem Erfolg der Festspiele geschadet und wird mit Sicherheit nicht zum Verkaufserfolg der Festspiele 2014 beitragen.“

Man könne zwar, am besten sachlich und ohne parteiliche Zwänge, Budgets diskutieren, aber man sollte jedem Konzept, insbesondere wenn es kraft Vertrages für mehrere Jahre beschlossen wurde, eine Chance geben und nicht mit Negativschlagzeilen im Vorfeld seine Chancen auf Erfolg erheblich reduzieren.

Ein bedeutender Wert

Erneut wies der Hotelier auf die Wertschöpfung der Festspiele für Bad Hersfeld hin: „Es gibt weiß Gott weitaus schlechtere Geschäfte“, sagte er. Die Festspiele hätten einen bedeutenden Wert für die Wirtschaftskraft und auch als Standortfaktor für industrielle Betriebe, unabhängig vom ideellen Wert der Galaveranstaltung. Als Zusammenschluss von Vertretern des Mittelstandes erwarte der Stadtmarketingverein von den Verantwortlichen einen behutsamen Umgang mit den Festspielen, auch wenn es einmal schwierig werde. (ft/kai)

Kommentare