533 Mitarbeiter betroffen – Betriebsrat unterstellt Trickserei

Aus für RKH besiegelt

Kassel. Die letzten Hoffnungen der Mitarbeiter der Regionalverkehr Kurhessen (RKH) wurden jetzt zerschlagen: Bei einer Betriebsversammlung der Bahn-Tochter wurde ihnen mitgeteilt, dass ein vom Betriebsrat und Gewerkschaften erarbeiteter Rettungsplan vom Unternehmen abgelehnt worden war.

Damit ist endgültig klar, dass der Betrieb mit seinen 533 Mitarbeitern bis Ende 2016 abgewickelt wird. Davon betroffen sind auch 270 Mitarbeiter an den nordhessischen Standorten Kassel, Homberg, Korbach und Eschwege.

Der Personalabbau läuft schrittweise und orientiert sich am Auslaufen der von der RKH bedienten Buslinien. Am 31. Dezember dieses Jahres scheiden die ersten 186 Mitarbeiter aus, davon 90 aus Nordhessen. Der RKH-Betriebshof in der Kasseler Jägerkaserne soll bis 2016 erhalten bleiben.

Nach Auskunft eines Bahnsprechers werde keiner der gekündigten Mitarbeiter auf der Straße sitzen. Die Betroffenen würden von der DB Job Service weitergebildet und umgeschult. Eine Weiterbeschäftigung im Bahn-Konzern werde jedem angeboten, allerdings gebe es keine Garantie auf wohnortnahe Beschäftigung.

Für den Gesamtbetriebsratsvorsitzenden Bernhard Rummel stellt sich die Lage anders dar: Der Beschäftigungssicherungsvertrag laufe im September aus. Damit sei die Übernahme in die DB Job Service ungewiss. „Ich glaube das erst, wenn ich es schriftlich habe.“ Wegen des Altersdurchschnitts der Mitarbeiter von etwa 50 Jahren hält Rummel es für unwahrscheinlich, dass die Betroffenen örtlich flexibel sind. In Kassel gebe es keine Jobs bei der Bahn.

Als Frechheit bezeichnet es Rummel, dass die Bahn mit ihrer zweiten hessischen Bustochter Busverkehr Hessen GmbH (BVH), die niedrigere Löhne zahlt, bisherige RKH-Linien versucht zu übernehmen. Die höheren Personalkosten bei der RKH waren Ursache für die Abwicklung des Unternehmens.

Von Bastian Ludwig

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