Landesregierung erwartet keine Verbesserung der Wasserqualität

Bemühungen von K+S für Werra wirkungslos

Werra-Meißner / Wiesbaden. Die Wasserqualität in Werra und Weser wird sich in den kommenden Jahren nicht wesentlich verbessern. Nach Einschätzung von Hessens Umweltministerin Lucia Puttrich (CDU) werden daran auch die Bemühungen und Investitionen des Kali-Herstellers K+S nichts ändern.

Das antwortete Puttrich auf eine Anfrage der Grünen-Landtagsabgeordneten Sigrid Erfurth aus dem Werra-Meißner-Kreis. Im Februar 2009 hatten Hessen und Thüringen eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung mit K+S geschlossen, deren Ziel eine geringere Belastung von Werra und Weser sein sollte. Besonders in Niedersachsen, das an der Vereinbarung nicht beteiligt ist, stieß dies auf Unmut.

Erfurth erkundigte sich nun nach den Erfolgen dieser Vereinbarung. Die Antwort der Landesregierung zeige, dass diese wirkungslos geblieben sei, sagte Erfurth. Im November laufe die Genehmigung aus, dass K+S Salzabwässer am Pegel Gerstungen (Thüringen) in die Werra einleiten darf. Vor diesem Hintergrund müsse der Druck auf den Kali-Hersteller erhöht werden, die Salzabwassermenge „endlich wesentlich zu reduzieren“.

Wörtlich antwortete Puttrich auf die Anfrage: „Eine signifikante Verbesserung im Flussgebiet Werra/Weser ist infolge der (...) Maßnahmen (von K+S) bisher nicht eingetreten.“ Weiter heißt es, dass „eine unmittelbare Verbesserung im Werra-Weser-Fließgewässersystem aufgrund des Maßnahmenprogramms nicht zu erwarten“ sei.

K+S-Sprecher Oliver Morgenthal wies das auf Anfrage zurück. Gegenüber dem Basisjahr 2006 sei die Salzabwassermenge von etwa 14 auf inzwischen 10,5 Millionen Kubikmeter pro Jahr reduziert worden. Diese Senkung sei sehr beachtlich. K+S sei auf einem guten Weg, das vereinbarte Ziel zu erreichen, wonach die Salzfracht auf sieben Millionen Kubikmeter pro Jahr halbiert werde. ZUM TAGE Hintergrund, SEITE 2

Von Claas Michaelis

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