40 Prozent mehr Einsätze für die Bad Hersfelder Feuerwehr zum Jahresbeginn

Belastung stark gestiegen

Verkehrsunfälle, wie dieser am 6. Februar auf der sogenannten Picassokreuzung, als eine BMW-Fahrerin in den Gegenverkehr schleuderte, gehören zum Alltagsgeschäft für die Bad Hersfelder Feuerwehr. Dieser Zusammenstoß ging zum Glück für alle Beteiligten relativ glimpflich aus. Oft genug müssen die Einsatzkräfte aber auch schreckliche Situationen verkraften. Foto: HZ-Archiv-Schönholtz

Bad Hersfeld. Der vergangene Freitag war typisch: Ein Gartenhüttenbrand, ein Scheunenbrand, ein Wohnhausbrand und zwei technische Hilfeleistungen nach Verkehrsunfällen. „Für die Feuerwehr Bad Hersfeld hat das Jahr 2012 außergewöhnlich arbeitsreich und anstrengend begonnen“, stellt deren Pressesprecher Christian Bärmann fest.

Bis zum vergangenen Sonntag wurden die Kameradinnen und Kameraden bereits an 43 Tagen zu 53 Einsätzen gerufen. Das entspricht einem statistischen Rhythmus von nur 19 Stunden, in dem die Feuerwehrkameraden aus ihrem privaten oder beruflichen Umfeld gerissen wurden, um anderen Menschen in Not zu helfen.

Neben den häufigen Alarmierungen durch Brandmeldeanlagen (18 Fälle) standen insbesondere technische Hilfeleistungen nach Verkehrsunfällen im Mittelpunkt (10 Einsätze). Dabei wurden mehrere Menschen gerettet und ausgelaufene Betriebsstoffe gebunden. Die Tauchergruppe und der GABC-Zug (Gefahrstoffe) waren ebenfalls mit mehrfach im Einsatz. So musste die Tauchergruppe im ersten Einsatz des Jahres eine tote Person aus einem Teich in Bad Hersfeld bergen.

Anstieg um 43 Prozent

Die Messgruppe des GABC-Zuges war nach einem vermeintlichen Buttersäureanschlag in Bad Hersfeld gefragt. Glücklicherweise handelte es sich nur um eine Geruchsbelästigung.

Im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres hatte die Feuerwehr Bad Hersfeld lediglich 37 Einsätze zu verzeichnen, was einen Anstieg um 43 Prozent für das Jahr 2012 bedeutet. Diese Steigerung bedeutet natürlich eine besondere Herausforderung für eine Freiwillige Feuerwehr wie in Bad Hersfeld.

„Diese hohe Belastung kann nur dadurch kompensiert werden, dass alle Verantwortlichen in Politik und Feuerwehr die Rahmenbedingungen schaffen, die für die erfolgreiche Fortsetzung dieses Weges einer freiwilligen Feuerwehr nötig sind“, folgert Bärmann aus seiner Statistik.

Denn die Einführung einer hauptamtlichen Wachbereitschaft, also einer Berufsfeuerwehr auf der Hauptfeuerwache würde den städtischen Haushalt mit einer hohen sechsstelligen Summe im Jahr zusätzlich belasten, ohne dass sich etwas an den Unterhaltungskosten und Ersatzbeschaffungen ändern würde.

Gleichzeitig werde deutlich, wie wichtig die Nachwuchsarbeit ist, schreibt der Pressesprecher. Nur mit einem deutlichen Ausbau der Einsatzkräfte könne es langfristig gelingen, die hohen Einsatzzahlen zu bewältigen, wenn man die Feuerwehr in dieser Form erhalten möchte. Für die Kernstadt bedeute das, eine Zahl von 150 Einsatzkräften in beiden Dienstgruppen zu erreichen.

Info-Veranstaltung

Deshalb, so kündigte Bärmann an, werden jetzt regelmäßige Informationsveranstaltungen für interessierte Bad Hersfelder Frauen und Männer angeboten, in denen über die Arbeit in der Kernstadtfeuerwehr berichtet wird. Der erste Termin ist der 23. März. (red/ks)

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