Studie weist einen hohen Bestand der geschützten Groppe aus

Belastete Werra bietet Lebensraum für Fische

Philippsthal. Die Werra ist aus ökologischer Sicht ein weiterhin sehr belasteter Fluss. Das stellte gestern Nachmittag Dr. Eckhard Coring vom Büro EcoRing aus Hardegsen fest, der im Auftrag des Düngemittelherstellers K+S Ende April über drei Tage eine Gewässeruntersuchung zur Groppe in der Werra zwischen Philippsthal und Herleshausen erstellt hat.

Bezogen auf die Lebensbedingungen für den als besonders gefährdet eingestuften Fisch unterstellte Coring dem Fluss jedoch positive Eigenschaften. „Besonders erfreulich war der gute Zustand der gefangenen Groppen, die keinerlei Krankheitssymptome aufwiesen. Ein breites Größen- und Altersspektrum ist ein weiterer Nachweis dafür, dass der wenig mobile Grundfisch in der Werra heimisch ist und sich dort fortpflanzt“, sagte Coring.

Insgesamt entdeckte ein vereidigter Fischereisachverständiger 15 Fischarten in den 21 untersuchten Werraabschnitten, darunter Flussbarsch, Barbe, Karausche sowie das Bach-Neunauge. Zudem stellten die Fachleute fest, dass die Gewässerstruktur einen wesentlichen Einfluss auf das Vorkommen der Fische habe.

Seit dem Jahr 2000, als die Salzsteuerung eingeführt wurde und K+S nur noch nach gewissen Vorgaben salzhaltige Produktionsabwässer in den Fluss einleiten darf, hätten sich wieder vermehrt Fische in der Werra angesiedelt.

Dennoch sei im Fluss nicht alles in Ordnung. Beim Blick auf die Entwicklung der Werra dürfe aber nicht nur der Stressor Salz in den Vordergrund geschoben werden. „Ein guter ökologischer Zustand beinhaltet ganzheitliche Verbesserungen. Die allgemeine Nährstoffbelastung muss einbezogen werden“, erklärte Coring.

Für Dr. Martin Eichholtz, Leiter Nachhaltigkeit bei K+S in Kassel, sei das Untersuchungsergebnis hilfreich bei künftigen Verwaltungsgerichtsverfahren. „Mit dieser Studie widerlegen wir alle, die immer behaupten, in der Werra könnten sich Fische nicht reproduzieren.“  

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