Bergamt: Erd-Einbrüche auch bei uns möglich

Bekanntes Beispiel: Kathuser Seeloch

Krater: Prominentestes Beispiel für den Einbruch eines unterirdischen Hohlraums ist das Kathuser Seeloch. Foto: nh

Bad Hersfeld. In Schmalkalden hat sich in einem Wohngebiet ein fünf Stockwerke tiefer Krater im Erdreich aufgetan und ein Auto sowie Teile einer Garage in die Tiefe gerissen.

Die Ursachen sind noch weitgehend unbekannt. Dennoch kommen solche Phänomene, die die Geologen „Tagbruch“ oder Doline nennen, auch in unserer Region vor, wenn auch nicht in diesem Ausmaß.

Prominentestes Beispiel für den Einbruch eines unterirdischen Hohlraums ist das Kathuser Seeloch. Ein Krater, der durch Auswaschungen im Untergrund entstanden ist und sich mit Wasser gefüllt hat. Bergoberrat Hans-Peter Laun vom Bergamt in Bad Hersfeld erinnert daran, dass das Seeloch in den 60er Jahren noch einmal nachrutschte und Teile des Kathuser Schützenhauses in die Tiefe riss.

Dazu kann es durch Auswaschungen im Salinar kommen. Das sind kleinräumige inselförmige Salzlagerstätten im Gestein. So etwas findet sich gegenüber von Kathus, jenseits der Autobahn Bad Hersfeld Friedewald, an einem so genannten Salzhang. Dort rutscht das Erdreich nach, weil das Wasser die Salzreste auflöst.

Schnellbahnbrücke

Reste solcher Tagbrüche zwangen in den 90er Jahren auch die Projektgruppe, die die Schnellbahnstrecke Hannover-Würzburg verwirklichte, zum umdisponieren. Sichtbares Zeichen eines unsicheren Untergrundes ist die Wälsebachtalbrücke, die den Wiesengrund und das Wasserwerk der Gemeinde Kirchheim vor Reckerode überspannt. Statt einer Stelzenbrücke wurde hier eine markante Bogenbrücke errichtet, um so genannte Subrosionssenken zu überbrücken. Die Trichter hatten sich im Laufe der Zeit mit Geröll gefüllt und hätten die Pfeilerfundamente nicht tragen können. (kh) Rechts

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