30. Internationales Freundschaftsfest vereinte Menschen verschiedenster Herkunft in der Hohen Luft

Ein Beitrag zur Willkommenskultur

Mit Schwung und Temperament: Die Gipsy-Gruppe Geg Ziro. Fotos: Wagner

Bad Hersfeld. „Vielfalt. Das Beste gegen Einfalt.“ Das Motto des internationalen Freundschaftsfestes, das am Sonntag im Bürgerhaus Hohe Luft gefeiert wurde, hätte nicht passender gewählt und zeitgemäßer sein können. Neben einem internationalen Mittags- und Kuchenbuffet und einem unterhaltsamen Programm lag der Fokus der Veranstaltung in diesen Tagen auf der Problematik der Flüchtlingskrise, die Europa vor stetig neue Herausforderungen stellt.

Ängsten entgegenwirken

„Bilder und Zahlen allein bringen Angst hervor, aber hinter diesen Bildern und Zahlen stecken Schicksale und Geschichten. Deshalb müssen wir den Kontakt suchen.“ Eindringlich und motivierend wies Michael Roth auf die Notwendigkeit des Engagements aller gesellschaftlichen Kräfte hin, um dafür zu sorgen, dass es keine Ängste mehr gibt. „Menschen mit Talenten können diese nutzen, um anderen Menschen zu helfen.“ Als Staatsminister im Auswärtigen Amt und Schirmherr des internationalen Freundschaftsfestes betonte er, dass es sich bei der Integration der nun ankommenden Flüchtlinge um einen langen Prozess handeln wird, bei dem „wir viel Geduld brauchen“. Das Wichtigste sei im Moment allerdings, dass „die Menschen möglichst schnell wissen, ob sie bleiben dürfen oder nicht.“ Es gäbe nichts Schlimmeres als die Ungewissheit. Die wichtigsten Werte in der Gesellschaft seien zudem Offenheit und Menschlichkeit. „Wenn dieses Gefühl vom heutigen Tag ausgehen kann, dann ist es ein voller Erfolg.“

Der Tag der Veranstaltung hätte nicht passender gewählt sein können, fiel er doch zusammen mit dem Hessischen Gedenktag für die Opfer von Flucht, Vertreibung und Deportation. „Viele haben es nicht hierher geschafft und sind auf ihrem Weg über das Mittelmeer in seeuntüchtigen Booten ums Leben gekommen“, erinnerte Organisator Werner Schnitzlein und bat die Anwesenden, dieser Menschen mit einer Schweigeminute zu gedenken. Er hob zudem den Beitrag hervor, den das Fest innerhalb der letzten dreißig Jahre dank vieler tatkräftiger ehrenamtlicher Helfer zur Entstehung der deutschen „Willkommenskultur“, die derzeit in aller Munde ist, geleistet habe. „Anerkennung und Akzeptanz sind hier selbstverständlich.“

Neben den Festreden und einem von freiwilligen Helfern bereitgestellten Buffet aus internationalen Speisen, bot die Veranstaltung ein buntes Programm, das die Gäste im gut gefüllten Bürgerhaus mit Musik und Tänzen aus verschiedensten Regionen der Welt unterhielt. Das Fest ist Teil der interkulturellen Woche, die bereits am vergangenen Freitag mit einer Auftaktveranstaltung in der Konrad-Duden-Schule begonnen hat.

Von Nicole Wagner

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