Elke Künholz betrachtet Aktionsplan des Landes kritisch

Beim Kinderschutz wie auf Treibsand

Hersfeld-Rotenburg. Um Kinder und Jugendliche besser vor sexuellem Missbrauch zu schützen, haben die hessischen Minister für Justiz, Soziales, Kultur und Inneres jetzt einen gemeinsamen Aktionsplan vorgestellt. Dieser sieht zum Beispiel eine Selbstverpflichtung aller staatlichen und privaten Institutionen vor, Verdachtsfälle der Polizei oder Staatsanwaltschaft zu melden, anstatt solchen Hinweisen nur intern nachzugehen.

Zudem schlagen die Minister vor, von allen, die Kinder unterrichten, erziehen und ausbilden, ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis zu verlangen – wobei im ehrenamtlichen Bereich nicht allzu strenge Auflagen gelten sollen.

Auch beim Kreis Hersfeld-Rotenburg hat man sich intensiv mit dem Aktionsplan auseinandergesetzt, „aber wir agieren wie auf Treibsand“, sagt Sozialdezernentin Elke Künholz. Der Aktionsplan sei zum einen nicht viel mehr als eine bloße Absichtserklärung, zum anderen umfasse er viele Vorschläge, die ohnehin bereits im Rahmen des geltenden Kinderschutzgesetzes umgesetzt würden.

Schulungen für haupt- und ehrenamtlich Tätige sowie eine Fachkraft als Ansprechpartnerin etwa biete der Kreis bereits seit einigen Jahren an. Er hat die gesetzliche Verantwortung, allen Meldungen von Kindeswohlgefährdung aus allen Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe im Kreis nachzugehen.

Angebote und Aktionen zum Kinderschutz kosteten darüber hinaus immer Geld, erinnert Künholz. „Da ist auch das Land in der Pflicht.“ In Hersfeld-Rotenburg müsse zum Beispiel wegen fehlender Förderung jetzt die Täterberatung beendet werden.

Übergriffe von Betreuern in Jugendhilfeeinrichtungen des Kreises sind bislang nicht bekannt, es gab aber Fälle von sexualisierter Gewalt zwischen Jugendlichen in Heimeinrichtungen und Kindern in Tageseinrichtungen. Zum Tage,

Hintergrund, Seite 2

Von Nadine Maaz

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