Die meisten Haushalte verfügen über 2600 bis 4000 Euro pro Monat

Beim Einkommen liegt der Kreis im Mittelfeld

Hersfeld-Rotenburg. Im Kreis Hersfeld-Rotenburg gibt es nur wenige Top-Verdiener. Aber auch die Zahl der Haushalte, die mit weniger als 1 100 Euro im Monat auskommen müssen, hält sich mit 13,87 Prozent in Grenzen. Die meisten Haushalte verfügen über ein Einkommen zwischen 2 600 und 4 000 Euro netto im Monat. Diese Zahlen gehen aus der jüngsten Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hervor. Mit nur 1,9 Prozent Topverdienern, die über mehr als 7 500 Euro verfügen, landet der Kreis auf Platz 254 der 412 untersuchten Kreise.

„Durch die moderaten Miet-und Grundstückspreise ist die Einkommensgruppe von 2 600 bis 4 000 Euro als zu gut anzusehen“, meint Sozialdezernentin und Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz (SPD). Außerdem würden die Top-Verdiener-Kreise wie der Hochtaunuskreis, der Main-Taunus-Kreis und der Landkreis Starnberg, von der Nähe zu Frankfurt und München profitieren.

Trotz der wenigen Topverdiener sei der Kreis Hersfeld-Rotenburg bei vielen Einkommensgruppen nahe am Bundesdurchschnitt. „Ziel bleibt aber, die Zahl die Gering- und Wenigverdiener zu senken“, sagt Künholz. Dies könne man durch die verstärkte Ausbildung von Fachkräften erreichen, die es für Unternehmen attraktiver machen, sich im Kreis anzusiedeln.

„Die GfK-Studie wirft für mich natürlich die Frage nach den Mindeslöhnen neu auf“, meint Klaus Füller, Sekretär des DGB für Nordhessen. Fast 14 Prozent aller Haushalte lägen im Sektor der Geringverdiener – das sei eine beträchtliche Zahl.

„Es kann einfach nicht sein, dass Menschen täglich acht Stunden arbeiten und trotzdem noch zum Amt gehen müssen“, sagt Füller. Man müsse den Abwärtstrend der Löhne stoppen. Besonders bei Firmen wie Amazon, die geringe Löhne zahlten, müsse man etwas tun. „Amazon geht ja nun wirklich nicht am Stock“ , sagt Füller. Es gehe darum, zu handeln, „damit Kino und Sauna keine Fremdwörter für Arbeiter werden“.

Zum Tage, Seite 2

Von Magdalena Dräger

Kommentare