Blechbläserensemble von Bad Hersfelder Schulen auf Konzertreise in Namibia

Die beiden Seiten Afrikas

Naturwunder: Die Obersberg-Schüler bestiegen während ihrer Namibia-Reise die gigantische Düne im Sossusvlei. Foto: Günter Schott

Bad Hersfeld. Musik verbindet Menschen, überwindet Grenzen und ermöglicht Jugendlichen, wertvolle Erfahrungen in einer sich zunehmend globalisierenden Welt zu sammeln.

Den Beweis hierfür traten 25 Musiker des Blechbläserensembles der Modell- und Gesamtschule Obersberg und der Konrad-Duden-Schule an, als es zu Beginn der Sommerferien Koffer packen hieß: Ihr Ziel war Afrika womit ein außergewöhnlicher Traum in Erfüllung ging.

Die exquisite Einladung kam von der Deutschen Höheren Privatschule in Windhoek, der Hauptstadt Namibias, welche die jungen Waldhessen allerdings erst eine Woche nach der Landung auf dem schwarzen Kontinent erreichten.

Abenteuer pur

Denn zunächst war sieben Tage lang Abenteuer pur angesagt. Mit einem geländetauglichen Bus ging es über 2600 Kilometer auf Sand- und Geröllpisten quer durch das südafrikanische Land, um es von seinen faszinierendsten Seiten kennen zu lernen. Im Etosha-Nationalpark sah man wildlebende Elefanten und Giraffen, trauten sich Löwen in die Nähe des Busses und säumten riesige Zebraherden die endlosen Weiten der Steppe.

In der Namibwüste erklommen die Schülerinnen und Schüler die berühmte Riesendüne im Sossusvlei und ließen sich von der Wüste als einzigartigem Naturwunder vereinnahmen.

Deutsche Namen

Gut verstaut im Gepäckraum des Busses zwängten sich die Instrumente, denn näherte man sich zwischendurch der Zivilisation, war Konzert angesagt. So zum Beispiel in der Hafenstadt Swakopmund, die ihre deutsche Kolonialzeit nicht verleugnen kann: Noch immer gibt es deutsche Straßennamen und manch eine Bäckerei heißt denn auch noch so. Den Erlös des begeistert aufgenommenen Konzertes spendeten die Obersberger der örtlichen, von schwarzen Jugendlichen besuchten Swakopmund High School.

Aber auch das andere Afrika lernten die Hersfelder kennen: Die vielen sozialen Probleme mit hoher Arbeitslosigkeit, eine schwindelerregende Aidsrate und immer noch eine verdeckte Apartheid.

In der zweiten Woche folgte dann der Aufenthalt in Windhoek, wo man in Gastfamilien untergebracht war. Verschiedene musikalische Aktivitäten mit der Big Band der Schule standen im Vordergrund, und beim gemeinsamen Konzert gab es tosenden Applaus vom einheimischen Publikum.

Unterricht in der Realität

Der musikalische Leiter der Gruppe, Ulli Meiß, zieht ein besonderes Fazit: Neben den gefeierten musikalischen Erfolgen war die Reise einmal mehr in die Wirklichkeit hinaus verlängerter Unterricht an Originalschauplätzen, die man sonst nur aus Schulbüchern kennt.

Und stolz sind seine Jugendlichen, dass sie sich die Faszination Afrika durch hartes musikalisches Arbeiten und vorbildhaftes diszipliniertes Verhalten selbst erarbeitet haben. Auch das gehört mit zum musikalisch-pädagogischen Konzept.

Von Thorsten Gräf

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