Gute Resonanz für 4. Deutschen Behindertentag in Bad Hersfeld

Behinderte wollen akzeptiert werden

Bad Hersfeld. Mehr Verständnis, das wünschen sich Menschen mit Behinderungen von ihren Mitbürgerinnen und Mitbürgern. Das wurde während des gut besuchten 4. Deutschen Behindertentages in Bad Hersfeld wiederholt deutlich.

Elsbeth Kurth aus Hönebach, die seit ihrer Kindheit blind ist, passiert es zum Beispiel immer wieder, dass sie, wenn sie mit ihrem Stock in der Stadt unterwegs ist, von Sehenden fast über den Haufen gerannt wird, berichtet sie. Und Michael Kolloch, der bei der Lebenshilfe Bad Hersfeld arbeitet, findet es empörend, wenn Gesunde aus Bequemlichkeit auf Behindertenparkplätzen parken. Das Schild „Sie haben meinen Parkplatz. Möchten Sie auch meine Behinderung?“ sollte, so findet er, an allen Behindertenparkplätzen stehen und Gedankenlose zum Nachdenken bringen.

Ein grundsätzliches Problem für Menschen mit Behinderungen sei es, so macht die blinde Marina Flach aus Rotenburg deutlich, eine Arbeit zu finden. Sie ist deshalb froh und glücklich über ihren Arbeitsplatz im HKZ Rotenburg.

Die Akzeptanz für Menschen mit Behinderungen habe sich aber in den vergangenen Jahren stark verbessert, stellen Vertreter verschiedener Behindertenorganisationen im Gespräch mit unserer Zeitung fest. Gruppen der Lebenshilfe, die in Gaststätten oder ins Kino gingen, würden dort durchaus gerne gesehen, freut sich Sonja Ley aus Malkomes.

Auch die Bemühungen der Stadt Bad Hersfeld um Barrierefreiheit werden anerkannt, auch wenn es nach wie vor ein Problem bleibt, dass Rollstuhlfahrer am liebsten gar keine Bordsteinkanten hätten, Blinde aber zumindest eine kleine Kante brauchen, um den Unterschied zwischen Gehweg und Straße ertasten zu können.

Ein großes Problem spricht Christa Parth an. Sie hat festgestellt, dass es im Kreisgebiet zu wenige Heimplätze für mehrfach Behinderte gibt, die nicht in der Lage seien, mit Betreuung selbständig zu wohnen. Zum Tage, Auszeich-

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Von Christine Zacharias

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