Heringer Delegation zu Gast in Polen

Begeistert von den Odolanów-Tagen

In einer neu erbauten Turnhalle: Delegationen aus den Partnerstädten Heringen und Odolanów kamen zusammen. Foto: nh

Heringen/Odolanów. Zu Gast in der polnischen Partnerstadt Odolanów war jüngst eine Delegation aus Heringen. Bürgermeister Hans Ries sowie die Mitglieder des Magistrats sammelten viele Eindrücke und zeigten sich besonders von den Odolanów-Tagen begeistert. „Der polnische Industriestandort mit etwas über 10 000 Einwohnern begreift sein Volksfest als Werbung“, sagt der Bürgermeister. „Damit vermarktet er sich äußerst erfolgreich.“

Der hervorragend organisierte Spaß, zu dem auch die teuersten Musikgruppen Polens beitrugen, sei laut Ries zwar im städtischen Haushalt ein Zuschussgeschäft, zahle sich jedoch letztlich über den geschaffenen Markennamen „Odolanów“ aus. „Klappern gehört halt zum Geschäft, zumindest, wenn man eine Kommune erfolgreich und einprägsam bei jungen Menschen vermarkten will.“

Beeindruckendes Aufgebot

Es ginge auch darum, den unglaublichen Massen an Besuchern Aufbruchsstimmung zu signalisieren. Das Fest sei nur das Vehikel, um genau diesen sympathischen Eindruck zu transportieren. „Schade, dass dies in Deutschland bisweilen in Vergessenheit geraten zu sein scheint.“

Wirtschaftlich sei Deutschland zwar immer noch erfolgreicher, jedoch habe man in Odolanów und in Polen erkennbar aufgeholt. Weit abgehängt habe man Deutschland bereits im Bereich der wichtigsten Zukunftstechnologie, der überall verfügbaren schnellen Datennetze. „Wir müssen in vielen Bereichen nicht nur lernen aufzuholen, sondern auch die eigenen Fähigkeiten und Stärken selbstbewusst für jedermann erkennbar herausstellen und bewerben“, mahnt Ries.

Große Gastfreundschaft

Bemerkenswert sei außerdem, dass die in Odolanów ansässige Industrie augenscheinlich erkannt habe, dass man sich mit großem Engagement positiv und identitätsstiftend positionieren kann. „Mit dem Standort steht dann halt auch das Unternehmen für Leistungsfähigkeit und Erfolg.“

Natürlich sei es schön gewesen, die überwältigende Gastfreundschaft zu genießen und die in Odolanów gewonnenen Freunde, auch aus dem Baltikum, Frankreich und Russland, wiederzutreffen. Noch wichtiger sei es jedoch, die erstaunlich positive Entwicklung wahrzunehmen und von ihr zu lernen. (red/esp)

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