Viele Gäste nutzten die Ausstellungseröffnung im Muzkkka für Plaudereien

Begegnung unter Bildern

Unterhaltsame Runde: Professor Dr. Walther Keim begrüßte die Gäste zur Vernissage am Montag, Rita Wetzel führte in das Werk von Joan Miró ein. Über 100 Lithografien des spanischen Künstlers sind bis zum 18. September im Muzkkka zu sehen. Fotos: Schäfer-Marg

Rotenburg. Dass das Rotenburger Museum für zeitgenössische Kunst, Kultur und Karikatur (Muzkkka) den persönlichen Kontakt von Mensch zu Mensch fördert, wie ein gut gelaunter Professor Dr. Walther Keim sagte, konnte man am Montag bei der offiziellen Eröffnung der Ausstellung „Poesie der Farbe“ feststellen.

Viele Gäste aus Politik und Gesellschaft durchwanderten die Ausstellungsräume und plauschten über die Werke von Joan Miró und Gennady Karabinskiy – oder eben über anderes. Begegnungen gab es jedenfalls zuhauf.

Die neue Ausstellung fällt genau in die Zeit, in der über die Zukunft des Muzkkka heftig diskutiert wird. Keim nutzte denn auch das Forum und erklärte: „Wir leisten einen Beitrag zur sozialen und kulturellen Neu- und Zukunftsentwicklung unserer Stadt.“

Geschaute Wirklichkeit

Rita Wetzel gab eine erste Einführung in das Werk Mirós, das dem Laien durchaus abstrakt erscheint, aber offenbar ganz anders gemeint ist: „Das Greifbare, die Realität, wird zum Ausgangspunkt seiner Bildkompositionen. Aber er verwandelt das Gegenständliche in Zeichen, in Signaturen, die für ihn keineswegs abstrakt, sondern erfahrene und geschaute Wirklichkeit sind“, erklärte die Kunsttherapeutin dem Publikum. Seine Bilder seien komponiert aus gegensätzlichen Elementen: Spontanität und Verhaltenheit, Humor und Fröhlichkeit, Überfülle und Leere, aber auch Unruhe und Angst seien wahrzunehmen.

Den in Oldenburg lebenden weißrussischen Künstler Gennady Karabinskiy stellte Dita Simon-Peters vor und erläuterte unter anderem, dass sein Werk vom russischen Realismus ebenso beeinflusst sei wie durch den Deutschen Expressionismus.

Kennzeichnend für expressionistische Darstellung sei eine symbolhafte Farbgebung und eine verfremdete Formensprache. In Karabinskiys Bildern gehe es um Liebe, Leben und Tod, um Gut und Böse, um Heimat und um Trennungen. Er verwendet jüdische Symbolik, schildert aber keine jüdische Lebensweise.

Bei all den Worte durfte Musik nicht fehlen. Es spielten die Saxophonix aus Bad Hersfeld.

Von Silke Schäfer-Marg

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