Begegnung entlang der grünen Linie

Tafel der Gastfreundschaft auf dem Linggplatz lud mit Vielfalt und Ideenreichtum ein

Bad Hersfeld. „Heimat, die wir nur für uns selber besitzen, macht uns muffig und eng“ – in diesem Satz fasste Pfarrerin Dagmar Scheer beim Abschlussgottesdienst die Intention der Veranstalter der „Tafel der Gastfreundschaft“ zusammen, die sich am Samstagnachmittag in bunt über den Linggplatz zog.

Bunte Eindrücke von der Tafel der Gastfreundschaft

Die Vielfalt und Buntheit der Tische und ihrer jeweiligen Gastgeberinnen und Gastgeber, die mit Speise für Leib und Seele aufwartete, lud zum Verweilen ein. Entlang der von den Organisatoren gezogenen neongrünen Linie reihten sich Tapeziertische, Gartentische, verlockende Büffets, Spieltische, Basteltische und sogar ein Kickertisch, der vor allem bei den jüngeren Gästen großen Anklang fand.

Und nicht nur bei den Tischen war Vielfalt und Buntheit Programm. Die Reihe der Gastgebenden reichte vom Geschichtsverein über die Freunde von Malmesbury, von der Konrad-Duden- und Geistalschule über das Ikuz, die Repräsentanten des Lutherweges, die Lebenshilfe, die DLRG, den Weltladen, den Diakonieförderverein TAUBE und die Jugendorganisation „Falken“ bis zu den Pfadfindern. Sogar einen Geburtstagstisch gab es zu entdecken.

Wer die Worte „Tisch“ und „Tafel“ ausschließlich mit Essen und Trinken verband, wurde positiv enttäuscht: Am Kickertisch wurde leidenschaftlich Fußball gespielt, am Stand des DLRG konnten Baderegeln studiert und Rettungsmittel ausprobiert werden, Basteln und Spielen standen ebenfalls hoch im Kurs.

Doch was wäre Gastfreundschaft ohne leibliche Genüsse? Kleine, liebevoll hergerichtete Snacks, frisch gepflücktes Obst und eine originalgetreue taiwanesische Teezeremonie luden an vielen Stellen zum Probieren und Genießen ein. Wer sich durch das vielfältige Angebot ermattet fühlte, konnte sich auf einem Luftballonsofa entspannen und mit einem Blick in den wolkenlosen blauen Himmel wieder regenerieren.

Gastfreundschaft, so betonten die Organisatoren der Veranstaltung, sei nicht nur ein „Gnadenrecht“, sondern eher etwas überlebensnotwendiges im menschlichen Miteinander und eine besondere Form der Spiritualität. Heimat sei keine geschlossene Festung, sondern ein Haus mit offenen Türen. Das gelte in besonderer Weise in einem Land wie Deutschland, in dem es zu allen Zeiten Einwanderung – aus den unterschiedlichsten Gründen – gegeben habe.

Den Schluss der Veranstaltung bildete ein Gottesdienst in der Stadtkirche, der musikalisch durch kurdische Musik und durch Udo Diegel an der Orgel gestaltet wurde. „Saz meets Orgel“ – das ergänzte sich an diesem Abend sehr harmonisch und mit großer Selbstverständlichkeit.

Von Ute Janßen

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