Privatmann bietet 415 000 Euro für problematische Immobilie in der Bad Hersfelder Innenstadt

Bedenkzeit für niedriges Parkhaus-Gebot

Das Parkhaus Altstadt in Bad Hersfeld bleibt ein Sorgenkind: Nur 415 000 Euro wurden bei der Zwangsversteigerung geboten. Foto: ks

Bad Hersfeld. Ein Gebot über 415 000 Euro hat ein Arzt aus Waiblingen gestern im Zwangsversteigerungsverfahren des Parkhauses Altstadt in Bad Hersfeld abgegeben. Dieser Betrag liegt jedoch weit unter den ohnehin schon reduzierten Erwartungen der Gläubigerbank Eurohypo AG. Deren Vertreter Hartmut Dolata bat sich deshalb von Rechtspfleger Manfred Werner die einwöchige Aussetzung des Verfahrens als Bedenkzeit aus, um sich mit den Gremien der Bank beraten zu können.

Der gestrige Gerichtstermin war der zehnte Versuch seit 2005, der problematischen Innenstadt-Immobilie einen neuen Eigentümer zu verschaffen. Das in den siebziger Jahren errichtete Parkhaus, das ursprünglich mehrere Geschäfte und ein Bowling-Center beherbergte, wird heute nur noch provisorisch betrieben. Die Läden stehen leer, im Untergeschoss befindet sich eine Spielhalle. Eigentümerin der unter Zwangsverwaltung stehenden Liegenschaft ist eine Kauffrau aus Bad Hersfeld, die jedoch für nicht absehbare Zeit ins Ausland verzogen ist. Das Gebäude selbst, das laut Gutachten einen Verkehrswert von 3,2 Millionen Euro hat, ist erheblich sanierungsbedürftig. Unter Umständen wären Abriss und Neubau kostengünstiger zu verwirklichen.

Projektentwickler und Investoren gaben sich bei Besichtigungen zeitweilig die Klinke in die Hand, nahmen dann jedoch allesamt Abstand von ihren Plänen.

Auch der Vorschlag eines örtlichen Architekten, hier ein Einkaufszentrum zu errichten, dessen vorgezogene Fassade die ursprüngliche Linie zur Johannesstraße wieder herstellt, blieb nur eine Idee.

Die Eurohypo hätte dem Vernehmen nach bei einem Betrag von knapp unter einer Million Euro sofort einem Zuschlag zugestimmt.

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Von Karl Schönholtz

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