Hochwasserschutz in Bad Hersfeld und Neuenstein: Vier-Millionen-Euro-Projekt

Becken gegen die Geis-Flut

So war’s 1956: Das Jahrhunderthochwasser überflutetet weite Teil der Bad Hersfelder Innenstadt wie hier das Eisfeld. Foto: Archiv

Bad Hersfeld/Neuenstein. Die Stadt Bad Hersfeld und die Gemeinde Neuenstein machen beim Hochwasserschutz gemeinsame Sache: Zwei Rückhaltebecken bei der Glimmesmühle und nahe Gittersdorf sollen die Hersfelder Innenstadt und den Neuensteiner Ortsteil künftig vor Katastrophen wie dem „Jahrhunderhochwasser“ von 1956 bewahren.

Das Vier-Millionen-Euro-Projekt stellte Martin Bode, Leiter des Fachbereichs Technische Dienste bei der Stadt Bad Hersfeld, jetzt im Ausschuss für Stadtplanung und Umwelt vor. Neuensteins Bürgermeister Walter Glänzer wird in diesen Tagen seinerseits die Gremien über das Vorhaben informieren.

Durchschnittlich alle fünf Jahre schrammt die Stadt Bad Hersfeld an einer Überflutung der Innenstadt vorbei. Dann führt der Geisbach pro Sekunde um die 26 Kubikmeter Wasser heran – das ist die Oberkante dessen, was problemlos abfließen kann.

Einmal in 50 Jahren steigt der Abflusswert jedoch auf 45 Kubikmeter, einmal in 100 Jahren auf über 52 Kubikmeter – und dann stehen große Flächen zwischen Jahnpark und Rechberggelände bis zu einem Meter unter Wasser.

Auslöser für eine solche Katstrophensituation wären nicht etwa die Schneeschmelze oder starke Regenfälle, sondern nach den bisherigen Erfahrungen dicht aufeinander folgende Gewitterfronten, die aus dieser Richtung jedoch glücklicherweise nur selten gen Bad Hersfeld ziehen. Das Kasseler Fachbüro Wagu, das auch die Offenlegung der Geis im neuen Schilde-Stadtpark betreut, schlägt in seiner Hochwasserschutzstudie den Bau zweier Rückhaltebecken mit einem Gesamtvolumen von rund 330 000 Kubikmetern vor. Diese aus gedichteten Erddämmen bestehenden Becken werden mit „Durchdringungsbauwerken“ samt regulierbarer Sperren versehen. Nach der Untersuchung von acht potenziellen Standorten schlägt das Büro zwei Becken an der Glimmesmühle (50 000 Kubikmeter Fassungsvermögen) und bei Gittersdorf (290 000 Kubikmeter) vor. Die Finanzierung teilen sich das Land Hessen sowie die beiden Kommunen.

Bad Hersfelds Bürgermeister Hartmut H. Boehmer erklärte die Fertigstellung eines Beckens bis Ende kommenden Jahres zur Zielvorgabe.  zum tage

Von Karl Schönholtz

Kommentare