Sprecherin verweist auf das Angebot von WCs in den Zügen

Bebra: Bahn plant keine Toiletten am Bahnhof

Bebra. Der Startschuss für die Modernisierung des Bahnhofs in Bebra fällt am morgigen Dienstag um 15 Uhr. Doch schon jetzt ist klar: Die Bahn als Bauherrin plant für das insgesamt zehn Millionen Euro teure Projekt keine Toiletten.

Auf Nachfrage erklärte eine Bahnsprecherin, dafür sei die Bahn nicht zuständig. Vielmehr halte man Toiletten in den Zügen vor. Es habe vor vielen Jahren einmal eine Toilette im Bahnhof Bebra gegeben, doch diese wurde immer wieder beschädigt. Vonseiten der Bahn heißt es, es sei Sache der Stadt, wenn eine Toilette gewünscht werde. „Wir haben das Angebot für die Reisenden in den Zügen“, sagte die Sprecherin.

Bürgermeister Horst Groß hingegen hält eine Toilettenanlage am Bahnhof für unverzichtbar. Dass keine Toiletten vorgesehen seien, findet er unmöglich. „Das kann keiner verstehen“, sagt der Bürgermeister. Es müsse eine Toilette direkt am Bahnhof geben. „Wir werden keine Ruhe lassen“, betont Groß. Die Stadt sei auch bereit, einen Beitrag zu leisten. Das Projekt verschlinge Millionen, da dürften die Toiletten nicht an 50 000 Euro scheitern. Es müsse wenigstens eine Behindertentoilette, eventuell kombiniert mit dem Herren-WC, und zwei WCs für Damen geben.

Auch die andernorts praktizierte Idee der „Netten Toiletten“, bei der Gastwirte und andere Geschäftsleute in der Stadt ihre gekennzeichneten Toiletten bei einem „dringenden Bedürfnis“ Passanten zur Verfügung stellen, hält er nicht für einen ausreichenden Ersatz für WCs am Bahnhof.

Dort, wo heute noch die Taxen vor dem Bahnhof stehen, plant die Stadt eine neue Fahrkartenausgabe und einen Kiosk. Auch hier könnten Toiletten integriert werden, sagen Groß und Bauamtsleiter Manfred Klöpfel. Und wenn das Inselgebäude nach der Bahnhofsmodernisierung wieder in irgendeiner Form genutzt wird, könnten auch hier WCs Platz finden. ZUM TAGE

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

Kommentare