Frist abgelaufen: Gemeinden arbeiten noch dran, Verkehrszeichen auszutauschen

Baustelle Schilderwald

Ausgeblichen oder längst überholt: Bei Dieter Renno, einem Mitarbeiter der Bad Hersfelder Bauverwaltung, landen die alten Verkehrsschilder. Foto: Strecker

Hersfeld-Rotenburg. Die dampfende Lok auf dem Verkehrsschild am Bahnübergang ist lange überholt. Sehr lange. Seit 1992 schon gibt es eine Verordnung vom Bundesverkehrsministerium, die mehrere neue Verkehrsschilder vorschreibt, beispielsweise ein Schild mit E-Lok statt Dampflok. Die Überbrückungszeit für die Kommunen, die alten Schilder durch die neuen zu ersetzen, ist jetzt abgelaufen. Etliche Gemeinden im Kreis arbeiten jedoch noch daran, ihren Schilderwald auf den neuesten Stand zu bringen.

„Jeder Euro, den wir für so etwas mehr ausgeben müssen, tut richtig weh. Wir haben schließlich relativ wenig Geld in der Kasse“, sagt Bürgermeister Thomas Rohrbach aus Niederaula. So gravierend sei das Problem alter Schilder in der Gemeinde aber nicht. Und Schilder, die durch Verwitterung unbrauchbar sind, weil sie nicht mehr richtig reflektieren oder ausgebleicht sind, werden selbstverständlich durch neue ersetzt, sind sich Rohrbach und viele Bürgermeister des Landkreises Hersfeld-Rotenburg einig.

„Wir müssen die Lage nochmal überprüfen“, sagt Kirchheims Bürgermeister Manfred Koch. Zwischen fünf und zehn Schilder seien noch zu machen. „Ausgetauscht werden zuerst Schilder auf stark frequentierten Straßen. Das alles müssen wir aus der eigenen Kasse zahlen“, hieß es beim Kirchheimer Ordnungsamt.

Zusätzlich Geld einplanen

„Wir erstellen gerade unseren Haushalt und mussten extra Geld einplanen, um mit dem Austausch von Schildern beginnen zu können“, gibt Bauamtsleiter Frank Röth für die Gemeinde Hauneck bekannt. Es sei zwar sehr wenig Geld vorhanden, es müsse aber dringend was getan werden.

„Wir werden anfangen, verschiedene Schilder zu wechseln, aber wir fangen erstmal mit den wichtigsten an“, sagt Albert Fernau, Erster Stadtrat aus Bebra. Ob der Austausch von eigentlich intakten Schildern wegen des neuen Designs wirklich sein muss, fragt sich auch Kai Adam, Leiter des Ordnungsamts in Heringen. „Da muss man sich eben fügen. Wenn wir Verkehrszeichen entdecken, die gewechselt werden müssen, machen wir das nach und nach“, sagt Adam. In mehr als einer Gemeinde haben auch Polizeibeamten die Bürgermeister darauf angesprochen, dass und wo es noch falsche Schilder gibt. „Wir sind relativ gut dabei“, konstatierte Bürgermeister Walter Glänzer für die Gemeinde Neuenstein.

Genauso sehen es auch die Verantwortlichen der Städte Bad Hersfeld und Rotenburg. „In den letzten Jahren haben wir regelmäßig ersetzt, deshalb sind wir gut dabei. Schilder, die noch übrig geblieben sind, kommen noch dieses Jahr dran“, sagte Bürgermeister Manfred Fehr aus Rotenburg. „Bei uns ist auch die Masse ausgetauscht. Höchstens in kleinen Nebenstraßen könnten sich noch ein paar ältere Schilder finden. Und wenn wir das mitbekommen, werden auch die erneuert“, hieß es von Seiten der Unteren Verkehrsbehörde in Bad Hersfeld.

Und das ist laut Ulrich Wieditz, Sprecher des Amts für Straßen- und Verkehrswesen, auch notwendig: „Die Übergangszeit läuft Ende März aus. Dann müssten theoretisch alle neuen Schilder aufgestellt sein, denn die alten Schilder haben dann eigentlich keine Gültigkeit mehr.“ Seine Behörde ist für den Austausch der Schilder auf den kreisweiten Landes- und Bundesstraßen zuständig. „Es sind so gut wie alle betreffenden Verkehrszeichen neu“, sagt Wieditz.

Von Judith Strecker

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