Baum-Mord an der Hochbrücke

Beispielloser Umweltfrevel: Diese beiden Linden an der Hochbrücke in Bad Hersfeld wurden von einem unbekannten Täter vorsätzlich vergiftet. Fotos: Schönholtz

Bad Hersfeld. Ein beispielloser Umweltfrevel findet an der Hochbrücke in Bad Hersfeld statt: Dort hat ein bislang unbekannter Täter zwei Winterlinden an mehreren Stellen im Wurzelbereich angebohrt und ein Pflanzengift injiziert.

Dies haben Mitarbeiter des auch für die Grünanlagen zuständigen städtischen Bauamtes festgestellt, nachdem sich das Laub eines der beiden Bäume massiv verfärbte. Obwohl der Herbst noch fern ist, sieht diese Linde schon heute so aus, als würde sie ihre Blätter abwerfen. Auch der zweite Baum weist entsprechende Schäden auf. An den überirdischen Wurzeln sind die Bohrlöcher noch immer zu erkennen.

„Wir stellen jetzt Strafanzeige gegen Unbekannt“, teilte Bauverwaltungschef Johannes van Horrick mit. Beide Linden sind wohl nicht mehr zu retten.

Über das Motiv des Baum-Mörders lassen sich zu gegenwärtigen Zeitpunkt nur Vermutungen anstellen. Tatsache ist, dass die beiden etwa 40 Jahre alten Linden eine Hausfassade teilweise verdecken, auf der die Werbung eines Baumarktes prangt. Dessen Betreiber haben gegenüber dem Bauamt bereits ihrer Empörung über den Baum-Frevel Ausdruck gegeben.

Tatsache ist auch, dass der Eigentümer des Gebäudes vor einiger Zeit beabsichtigte, an besagter Fassade eine LED-Werbewand zu installieren, dafür jedoch keine Genehmigung erhielt.

Von Karl Schönholtz

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