Eingebaute Transponder liefern Informationen über den Asphalt

Baufirma Kirchner macht die Straße schlau

So fing alles an: Unser Archivfoto aus dem Jahr 2009 zeigt Karsten Dietrich, den Sohn des Entwicklers Willi Dietrich, mit einem der ersten Transponderchips, der auf einer Baustelle direkt vor dem Firmensitz in Bad Hersfeld eingebaut wurde. Foto. Archiv/Kurt Hornickel

Bad Hersfeld. Die Forschungsabteilung der Baufirma Kirchner arbeitet an der Entwicklung einer „intelligenten Straße“. Dazu werden beim Einbau des Asphalts auch kleine Transponder im Abstand von rund 100 Metern in den Straßenbelag eingebracht.

Ziel des rund vier Millionen Euro teuren Forschungsprojekts PAST (Prozesssicherer Automatisierter Straßenbau) ist es, Schwachstellen beim Bau von Asphaltbelägen zu erkennen, um die Verkehrswege der Zukunft leiser, sicherer und haltbarer zu machen.

„Wir müssen im Asphaltbau die Qualität und Liegezeit erhöhen“, erläutert Willi Dietrich, der Leiter der Kirchner-Forschungsabteilung. Er hat das Transponder-Verfahren 2004 entwickelt und jetzt als Patent angemeldet. Angesichts leerer öffentlicher Kassen und eines immer größeren Verkehrsaufkommens müsse ressourcenschonender und wirtschaftlicher gearbeitet werden.

Nach ersten Versuchen in der Region (wir berichteten) wurde jetzt auf der vielbefahrenen Autobahn 111 bei Stolpe im Norden von Berlin eine 7,2 Kilometer lange Teststrecke fertiggestellt, bei der in neun Bauphasen unterschiedliche Aufbau, Material- und Ausführungsvarianten getestet wurden. „Die Transponder sind ein Deckenbuch in der Straße und kontrollieren die Qualität auf der ganzen Strecke“, erläutert Dietrich. Der Chip, der kaum größer ist als ein Geldstück, speichert alle Informationen über den Tag, an dem die Straße gebaut wurde – zum Beispiel die Einbautemperatur des Asphalts, aber auch Angaben über die Witterung.

Bei Kirchner denkt man aber bereits weiter. Die intelligente Straße soll künftig nicht nur ein Gedächtnis haben, sondern auch mitdenken. In Zukunft soll der Transponder auch Minustemperaturen erkennen und dann automatisch den Winterdienst anfordern. „Dank unserer großen Erfahrung hat Kirchner allerbeste Chancen auf dem Markt der intelligenten Straßen“, sagt Dietrich.

zum Tage, Seite 2

Von Kai A. Struthoff

Kommentare