Nachholbedarf ist erkannt – Denkmalschutz setzt Grenzen

Barrierefreiheit wird Städten immer wichtiger

Hersfeld-Rotenburg. Die Stadt Bad Hersfeld ist seit Jahren Ausrichter des Deutschen Behindertentages. Doch mit der Zugänglichkeit für Gehbehinderte und Rollstuhlfahrer ist es in den Einrichtungen der Stadtverwaltung nicht weit her. Deswegen hat Bürgermeister Thomas Fehling den Haushalt 2013 unter das Motto „Bad Hersfeld wird barrierefrei“ gestellt und plant als erste Maßnahme die Einrichtung eines für Jedermann ungehindert erreichbaren Bürgerbüros am Marktplatz.

Mit dieser Stoßrichtung befindet sich Fehling bei seinen Amtskollegen in Rotenburg, Bebra und Heringen in bester Gesellschaft. „Wir bauen derzeit die ganze Stadt um,“ sagt Heringens Rathauschef Hans Ries und verweist auf zahlreiche Maßnahmen, bei denen im Zuge von Straßen- und Kanalsanierungen auf die Barrierefreiheit geachtet wird.

„Ganz gut aufgestellt“

Auch Albert Fernau, Erster Stadtrat in Bebra, sieht die Eisenbahnerstadt in diesem Punkt „ganz gut aufgestellt“. Ganz aktuell hat in Bebra der Umbau des Bahnhofs begonnen, der künftig auch für Behinderte uneingeschränkt nutzbar werden soll. Zudem verfügt die Stadt über einen ehrenamtlichen Behindertenbeauftragten, der eventuelle Probleme im Blick hat.

Rotenburgs Bürgermeister Christian Grunwald hat im Grunde dasselbe Problem wie Thomas Fehling in Bad Hersfeld. „Grundsätzlich ist die Situation verbesserungswürdig,“ räumt Grunwald ein. Doch durch die Fachwerkstruktur der Innenstadt sei die Situation in Rotenburg eine besondere, stellt der Bürgermeister fest und spricht von einem Spagat zwischen den berechtigten Ansprüchen der Behinderten und den Grenzen, die der Denkmalschutz bei Umbauten setzt.

Grundsätzlich sei Barrierefreiheit bei allen Neubauten jedoch eine Selbstverständlichkeit, versichert Grunwald.

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Von Karl Schönholtz

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