Stiftung Warentest kritisiert Kreditinstitute wegen „Wucherei“

Banken verteidigen hohe Dispo-Zinssätze

+

Hersfeld-Rotenburg. Die heimischen Kreditinstitute haben Kritik an zu hohen Dispo-Kreditizinsen zurückgewiesen. Die Stiftung Warentest hatte bundesweit die Konditionen von 952 Kreditinstitute einem Vergleichstest unterzogen. Ergebnis: Trotz niedrigen Leitzins-Niveaus werden Kunden, die ihr Konto überziehen, mit Zinssätzen zur Kasse gebeten, die im ungünstigsten Fall an die 20-Prozent-Marke heranreichen.

Das gilt auch für die Kunden der Kreditinstitute im Landkreis Hersfeld Rotenburg. Die heimischen Banken und Sparkassen unterscheiden sich bei Zinsen für Dispositions- und Überziehungskredite keineswegs von den 952 Kreditinstituten, die die Stiftung Warentest überprüft hat.

Dennoch fühlen sich die Bänker durch den platten Vorwurf der Zinswucherei angesichts der gesunkenen Leitzinsen auf den Schlips getreten, wie die Anfrage unserer Zeitung bei der heimischen Sparkasse und den beiden großen Volksbanken ergab.

„Eine Phantomdiskussion“

Die Stiftung Warentest habe mit ihrer Untersuchung der Zinsen für Dispositions-und Überziehungskredite eine „Phantomdiskussion“ angestoßen, meint Wolfgang Kurth, der Leiter des Vorstandssekretariats der Sparkasse Bad Hersfeld-Rotenburg. Der klassische Dispositionskredit, der vor allem als Überbrückung für kurze Zeit gedacht ist, sei ein kurzfristiges Angebot der Banken und mit entsprechenden Risiken behaftet.

Die Volksbank-Raiffeisenbank Bad-Hersfeld-Rotenburg habe in den vergangenen 13 Monaten die Zinsen für die Dispokredite viermal gesenkt, erklärt Thomas Balk, im Vorstand zuständig für das Kundengeschäft.

Die Vorstände der kleineren Raiffeisenbanken im Raum Hersfeld beantworteten unsere Anfragen nicht. Sie hatten auch der Stiftung Warentest keine Auskünfte gegeben. Dabei sind viele Kunden gleichzeitig Anteilseigner. SEITE 2/ZUM TAGE

Von Kurt Hornickel

Kommentare