Große Suchaktion nach vermisstem Drei-Jährigen endet glimpflich

Bange Stunden im Bootshaus: Vermisster Junge ist wohlauf

Großeinsatz am Bootshaus an der Fulda: Rettungskräfte suchten dort am Donnerstag nach dem drei-jährigen Leon. Foto: Struthoff

Bad Hersfeld. Auch am Tag danach ist Anja Hohmann die Aufregung und die Angst noch deutlich anzumerken. Die Betreiberin des „Bootshaus“ an der Fulda musste am Fronleichnamstag bange Stunden ausstehen, als ihr drei-jähriger Sohn Leon plötzlich verschwunden war.

Sofort leiteten Polizei und Feuerwehr ein Großaktion ein. Taucher, DLRG-Boote sowie Polizei- und Feuerwehrleute durchkämmten die Fuldaaue. Ein tieffliegender Hubschrauber suchte aus der Luft nach Leon, der zuletzt in Begleitung einer weiß-gekleideten Frau gesehen worden war. Bange Minuten voller Angst um den kleinen Jungen verstrichen.

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Gegen 14.30 Uhr kam dann die Entwarnung. Leon war wieder zuhause. Die mutmaßliche Entführerin hatte den kleinen Jungen offenbar zunächst mit ihrem Hund angelockt und war dann mit ihm in eine nahegelegenes China-Restaurant gegangen. Dort kannte man den Jungen, weil er auch mit seinen Eltern dort öfter zum Essen ist. Die 58-jährige Frau aber gab sich als seine Oma aus. Als sie dann aber nicht zahlen konnte, wurde das Personal misstrauisch und verständigte die Polizei und die Eltern. Wenig später war der kleine Junge, etwas verstört aber wohlauf, wieder bei seinen Eltern.

„Wir hatten großes Glück, dass man Leon im China-Restaurant erkannt hat und misstrauisch wurde“, erzählt eine erleichterte Anja Hohmann im Gespräch mit unserer Zeitung. Trotzdem hat der kleine Junge nach dem aufregenden Tag eine unruhige Nacht verbracht, schlecht geträumt und schließlich im Bett der Eltern geschlafen.

Anja Hohmann lobt die schnelle Hilfe und den professionellen Einsatz von Polizei, Feuerwehr und Rettungskräften. „Ich danke allen sehr herzlich, dass sie so schnell zu Stelle waren“, sagt die Gastronomin. Unterdessen tobt Leon im Hintergrund schon wieder fröhlich umher. Er hatte Glück im Unglück, seine geistig-verwirrte Entführerin aber muss sich nun vor Gericht verantworten. Sollte sie schuldfähig sein, müsste sie auch den großen Sucheinsatz bezahlen.

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