Angeklagte aus Bebra und Rotenburg kündigen Geständnis an

Bande verschob geleaste Lkw

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Fulda. In Italien geleaste Lastwagen und Baufahrzeuge mit falschen Papieren ausstatten und in Deutschland verkaufen – das war die Masche von zwei Männern, die sich wegen bandenmäßiger Bandenhehlerei vor dem Landgericht Fulda verantworten müssen. Die Angeklagten, ein 45-Jähriger aus Bebra und sein 30 Jahre alter Helfer aus Rotenburg, kündigten ein Geständnis an.

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaften in Deutschland und Italien zogen sich über Jahre hin. Die angeklagten Taten fanden schon 2010 und 2011 statt. Ein dritter, von der Staatsanwaltschaft Fulda beschuldigter Mittäter aus dem Münsterland ist mittlerweile gestorben. Weitere Mittäter und den Drahtzieher aus Italien hat bereits das Landesgericht in Bozen verurteilt. Dort legte der 45 Jahre alte Haupttäter auch ein Geständnis ab, wie sein Anwalt Klaus Rüther berichtete.

Geleaste Fahrzeuge gekauft

Staatsanwalt Andreas Hellmich wirft dem Hauptangeklagten vor, er habe 2010 und 2011 mit seiner Firma TTC Truck Trade Center in Bebra mehrere geleaste Lkw und Bagger und Kraftfahrzeuge in Italien gekauft – wohl wissend, dass die Verkäufer die Fahrzeuge nur geleast hatten. Die Verkäufer in Italien hätten Scheinfirmen allein mit dem Ziel gegründet, um teure geleaste Fahrzeuge zu verkaufen. Drahtzieher der Verschiebung soll ein in Italien ansässiger und bereits in einem dortigen Parallelverfahren verurteilter Mann gewesen sein.

Der 45-Jährige soll Schlepper beauftragt haben, die Fahrzeuge über Österreich nach Deutschland zu bringen. Der Angeklagte soll auch dafür gesorgt haben, dass die Fahrgestellnummern manipuliert und die Fahrzeuge mit gefälschten Papieren ausgestattet wurden – Papiere, die bereits 2007 als Blankoformulare aus der italienischen Staatsdruckerei in Kalabrien gestohlen worden waren.

Die Fahrzeuge wurden nach der Darstellung Hellmichs an gutgläubige Käufer in Deutschland oder in zwei Fällen in den Libanon verkauft - aber nicht geliefert. Angeklagt sind fünf Fälle, bei denen ein Magirus-Sattelzug, ein Mercedes-Lkw, zwei Kettenbagger sowie ein Fahrzeug mit einem Teleskop-Mast verschoben wurden. Bei zwei Taten soll der 30-Jährige aus Bebra geholfen haben. Ihn bezeichnete der Staatsanwalt aber als „nur kleines Licht“. Ein weiterer Fall, bei dem der Hauptangeklagte möglicherweise schon von der italienischen Justiz verfolgt wurde, wurde gestern vom Landgericht eingestellt.

Bewährung gegen Geständnis

Die Erste Strafkammer unter dem Vorsitzenden Richter Josef Richter, Staatsanwalt Hellmich sowie die Verteidiger Rüther und Harald Ermel verständigten sich über das weitere Vorgehen: Wenn die Angeklagten ein umfassenden Geständnis ablegen, wird der Hauptangeklagte zu maximal zwei Jahren auf Bewährung und sein jüngerer Helfer zu maximal einem Jahr und vier Monaten auf Bewährung verurteilt. Damit zeigten sich die Angeklagten einverstanden. Sie wollen an den nächsten Verhandlungstagen dieses Geständnis ablegen. Die Verhandlung wird fortgesetzt.

Von Volker Nies

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