Bammel vor der Ruine

TV-Star Helen Woigk wappnet sich für ihr Theater-Debüt in Bad Hersfeld

Herausforderung: Helen Woigk steht bei den Bad Hersfelder Festspielen zum ersten Mal auf der Theaterbühne. Foto: Schönholtz

Berlin. Sie ist 24 Jahre jung, doch vor der Film- und Fernsehkamera bereits ein „alter Hase“. Doch wenn Helen Woigk im Sommer nach Bad Hersfeld zu den Festspielen kommt, dann ist die Berlinerin ein Neuling. „Ich habe keine wirkliche Theatererfahrung“, gesteht sie beim Treffen in der Hauptstadt und sieht in ihrem Engagement für zwei Rollen in der „Hexenjagd“ und bei den „Sommernachtsträumereien“ eine „große Herausforderung“.

Das ist nicht nur so dahergesagt. Zum Gesprächstermin kommt sie mit Verspätung – aus gutem Grund. Woigk nimmt gerade Stimmtraining für Bad Hersfeld, und das hat eben etwas länger gedauert.

Fest entschlossen

„Ich will mich nicht auf Unterstützung verlassen“, sagt sie zum eventuellen Einsatz von Mikroports, sondern ist fest entschlossen, sich auch live und vor Publikum und im riesigen Raum der Stiftsruine durchzusetzen. Und doch: „Ich habe aber viel Bammel“, gibt Woigk vor ihrem Hersfeld-Debüt ganz freimütig zu.

Es sind freilich allein die äußeren Umstände, die neu für sie sind. Nach ersten Erfahrungen mit dem Schultheater hat die Tochter der Jazzsängerin Viola Woigk als 18-Jährige so richtig losgelegt und neben der Schule schon bei Kristiane Kupfer ein Schauspieltraining absolviert. Bereits 2012 hatte sie im Kino-Erfolg „Das Leben ist nichts für Feiglinge“ eine Hauptrolle. Es folgten zahlreiche weitere Auftritte in Krimis wie „Tatort“, „Soko Leipzig“ oder „Großstadtrevier“sowie weiten TV- und Kino-Spielfilmen. Zuletzt fand sogar mit dem Fernseh-Kammerspiel „Shakespeares letzte Runde“ eine Annäherung ans Theater statt.

Nun also geht es in Bad Hersfeld richtig auf die Bühne, als Betty Paris in „Hexenjagd“ und in der Rolle der Hermia in den „Sommernachtsträumereien“. „Das ist schön für den Einstieg, da kann ich mich ein bisschen hineintasten“, freut sich Woigk auf die neue Aufgabe. Und vielleicht, so denkt sie schon weiter, sind die Festspiele und das Theater auch in Zukunft eine berufliche Alternative.

Bisher kennt sie allerdings weder Bad Hersfeld noch die Stiftsruine. Doch ganz fremd ist ihr das Leben in der Kleinstadt nicht: Ein Großteil ihrer Familie lebt im thüringischen Gotha, entsprechend oft ist sie dort zu Besuch. Und dass die Mitwirkenden der Festspiele in Bad Hersfeld von den Ortsansässigen gerne als Hersfelder auf Zeit vereinnahmt werden, schreckt sie ebenfalls nicht: „Der direkte Kontakt zum Pubilkum – das ist für mich sehr spannend!“

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