Erlass vorerst nur für Feuerwehr und nicht für Rettungsdienst

Bald Blaulicht für Retter in Privatautos

Hersfeld-Rotenburg. Kreisbrandmeister in Hessen dürfen ihre Privatfahrzeuge für Fahrten zum Einsatz seit kurzem mit Blaulicht und Martinshorn ausstatten. Für die organisatorischen Leiter des Rettungsdienstes und die leitenden Notärzte ist das vorerst nicht möglich.

Eine entsprechende Regelung sei jedoch in Arbeit, teilte der Sprecher des hessichen Sozialministeriums, Markus Büttner, auf Anfrage unserer Zeitung mit. Derzeit sei man an der Ausformulierung des Erlasses, der voraussichtlich in den nächsten Wochen herausgegeben werde. Während das Sozialministerium für den Rettungsdienst zuständig ist, liegt die Verantwortung für die Feuerwehr beim Innenministerium. Das hatte Mitte Januar mit dem Verkehrsministerium eine Regelung für die Kreisbrandmeister getroffen. Der Leiter des Fachdienstes Brandschutz und Rettungswesen beim Landkreis, Dieter Pfaff, und Kreisbrandinspektorin Tanja Dittmar werten den Erlass als Schritt in die richtige Richtung und hoffen auf eine Regelung auch für den Rettungsdienst.

Für die fünf Kreisbrandmeister kläre man derzeit Einzelheiten hinsichtlich Organisation und Finanzierung, erläutert Pfaff. Spätestens im Frühjahr sollen die Sondersignalanlagen eingebaut werden. Dass eine Regelung auch für die jeweils sechs leitenden Notärzte und organisatorischen Rettungsdienst-Leiter gebraucht werde, verdeutlicht die Kreisbrandinspektorin am Beispiel des schweren Busunfalls auf der A4 im Dezember 2014. Ein organisatorischer Leiter musste damals quasi per Anhalter bei der Feuerwehr mitfahren. Alle Ehrenbeamten mit Dienstwagen auszustatten, sprenge den Kostenrahmen. Gemeinsam genutzte Fahrzeuge seien in Flächenkreisen nicht praktikabel. Eine Abholung durch ein Einsatzfahrzeug zu organisieren, koste unnötig Zeit und binde zusätzliche Kräfte in der Leitstelle, verdeutlichen Pfaff und Dittmar.

 

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