Angeblicher Ausbau der Strecke Niederaula-Bad Hersfeld nicht aktuell

Bahn: Keine Pläne

Zur Zeit wird die eingleisige Strecke zwischen Niederaula und Bad Hersfeld nur für die Holztransporte aus dem Sägewerk bei Niederjossa genutzt – in der Woche nur einige wenige Male. Bei einem Ausbau der Strecke würden täglich mehrere Güterzüge mit bis zu 160 km/h fahren, auch entlang des Bad Hersfelder Kurparks. Doch aktuell gibt es keine Anzeichen, dass die Bahn ihre Pläne umsetzen will. Foto: Schönholtz/Archiv

Bad Hersfeld. Die angeblichen Ausbaupläne der Deutschen Bahn (DB) für die bislang eingleisige Strecke Bad Hersfeld-Niederaula, die der Landtagskandidat Jörg Brand (Freie Wähler) per Pressemitteilung ins Gespräch gebracht hat, entbehren einer aktuellen Entwicklung. Dies erklärte die Pressestelle der DB auf Anfrage unserer Zeitung.

„Fakt ist, dass die Strecke im Bundesverkehrswegeplan steht. Doch es gibt keine Planung und keine Machbarkeitsstudie“, sagte die Bahn-Sprecherin gestern. Auch Christian Mayer, Pressesprecher der Stadt Bad Hersfeld, teilte gestern mit, dass es keine Informationen zur Umsetzung der Planungen in der von den Freien Wählern skizzierten Form gebe.

Idee ist nicht neu

Tatsächlich ist die Idee einer Verbindungsspange für den Güterverkehr von der Schnellbahnstrecke Würzburg-Hannover über Bad Hersfeld zur Berliner Kurve bei Bebra nicht neu. Bereits im Juli 2007 hatte die HZ entsprechend berichtet – auch damals nach einem Hinweis der Freien Wähler, und auch seinerzeit hatte die Bahn prompt dementiert.

Ein reines Windei ist die Geschichte dennoch nicht: Die dann zweigleisige Abkürzung Richtung Osten findet sich in diversen Bahn-Unterlagen wie dem Bundesschienenwegeausbaugesetz oder im Investitionsrahmenplan.

Auch im Raumordnungsplan ist die Trasse als „Strich in der Landschaft“ eingezeichnet, wobei der genaue Verlauf noch nicht festgelegt ist.

Alternativer Streckenverlauf

Der Gedanke jedoch, dass eines nicht allzu fernen Tages Güterzüge mit 160 Kilometern pro Stunde durch den Bad Hersfelder Kurpark rasen könnten, hatte die Freien Wähler damals wie heute hellhörig werden lassen.

Schon vor sechs Jahren wurde deshalb auch eine alternative Streckenführung diskutiert. Die könnte etwas weiter nördlich vom Überholbahnhof Beiersgraben bei Kirchheim quer durchs Geis- und Rohrbachtal nach Weiterode verlaufen.

„So ließen sich die Beeinträchtigungen auf ein Minimum reduzieren“, hatte damals Bad Hersfelds Bürgermeister Hartmut H. Boehmer argumentiert.

Von Karl Schönholtz

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