Bäumchen, Scherze und Postengeschacher

Marcus Janz

Ich hielt es ja erst für einen schlechten Aprilscherz, als das Radio am Freitagmorgen Schneefälle, Unfälle und lange Staus in unserer Region meldete. Doch das Wetter macht keine Witze, und so haben gestern Nacht einige Auto- und Lastwagenfahrer an glatten Steigungen festgesessen. Heute soll das Thermometer dann auf 20 Grad klettern – hoffentlich wird der Rest des Aprils nicht auch so wechselhaft.

Bäumchen wechsel dich hieß es in dieser Woche an den Krankenhäusern in Rotenburg. Dabei zeigte sich, wie klein die Gruppe der Gesundheitsmanager in Deutschland ist. HKZ-Geschäftsführer Ulrich Hornstein geht nach der Übernahme der Spezialklinik durch das Klinikum Bad Hersfeld auf die andere Seite des Fuldatals ans Kreiskrankenhaus – oder sollte ich sagen: flüchtet? Dass er beim Klinikum keine dauerhafte Zukunft haben würde, hatte sich schon länger abgezeichnet.

Spruchreif wurde es, als bereits am Mittwoch Hornsteins Nachfolger am HKZ vorgestellt wurde. Und siehe da: Der Karlsruher Ulrich Meier hat Verbindungen zu Reiner Schickling, von dem sich im vorigen Sommer das Kreiskrankenhaus getrennt hat – zusammen mit Verwaltungschef Sassan Pur, der inzwischen in Alsfeld (!) untergekommen ist. Das hat schon fast inzestuöse Ausmaße.

Am Montag finden nun Mitarbeiterversammlungen am HKZ und am Klinikum statt. Dann soll auch das medizinische Konzept für die Spezialklinik vorgestellt werden, die dank ihrer Herzchirurgie nun auch wieder medizinisch von sich reden macht. Mal sehen, ob dann noch weitere Posten neu besetzt werden.

In Haunetal wird, wie in anderen Kommunen, derweil um die Posten im neuen Gemeindevorstand gerungen. Und dabei könnte die seit vielen Jahren kommunalpolitisch engagierte Renate Frauenfelder eventuell noch eine besondere Rolle spielen. Die einstige FWG-Frau hatte sich nach Auflösung der Freien Wähler nämlich der neuen Gruppierung Gemeinsam für Haunetal (GfH) angeschlossen, die aus dem Stand 30,8 Prozent bei der Kommunalwahl holte. Sie liegt damit zwar hinter der CDU, aber nur knapp vor der SPD.

Wegen inhaltlicher und persönlicher Differenzen will Frauenfelder der GfH nun aber wieder den Rücken kehren, ihr Mandat für die Vertretung aber behalten. Immerhin war sie von Listenplatz zwölf auf fünf nach vorne gewählt worden. Möglicherweise könnten sich dadurch noch Verschiebungen bei der Sitzverteilung für den Vorstand ergeben. Es bleibt also weiterhin spannend in Haunetal, auf die angekündigte Sachpolitik warten wir noch.

Kommentare