Neustart nach 14 Monaten gescheitert – Unternehmen aus Steinbach mit Filiale in Asbach erneut insolvent

Bäckerei Miosga schließt ihre Geschäfte

Steinbach/Asbach. „Sehr geehrte Kunden! Leider befindet sich die Bäckerei Miosga in der Insolvenz. Somit bleiben unsere Filialen seit heute, 18. Juni, geschlossen ...“ Diese Ansage bekommt zu hören, wer bei dem traditionsreichen Unternehmen in Steinbach anruft. Der Versuch, das nach einer ersten Insolvenz im Januar 2012 angeschlagene Unternehmen in eine bessere Zukunft zu führen, scheint gescheitert zu sein.

Damals war unter Begleitung durch den Insolvenzverwalter Andreas Schafft eine sogenannte Planinsolvenz auf den Weg gebracht worden.

Nach rund einem Vierteljahr schien es damals so, als würde das Unternehmen neu starten können: Miosgas Betrieb wurde im März vergangenen Jahres von der Klüber-Gruppe aus Steinbach übernommen. Die neu gegründete Bäckerei Miosga GmbH & Co. KG betrieb neben dem Stammgeschäft in Steinbach Filialen in Rasdorf, Mackenzell, Fulda und Asbach. Als Geschäftsführer wurden Carsten Kubiak und Heidi Gries-Klüber aktiv. Ex-Chef Thomas Miosga sowie die gesamte Personal wurden übernommen.

Die beiden Geschäftsführer betonten, sie wollten das Unternehmen „durch effiziente Strukturen, Qualitätssteigerung und innovative Angebotserweiterung wieder zurück in die Erfolgsspur führen“. Unter anderem sollten der Büfett- und Partyservice verstärkt werden, zudem solle der Einsatz weiterer Verkaufswagen mehr Umsatz bringen.

Das Konzept ging aber nicht auf. Nachdem das Insolvenzverfahren eröffnet worden war, wurde mit Datum vom 13. Juni im Insolvenzverzeichnis mitgeteilt, dass das Insolvenzgericht die vorläufige Verwaltung des Vermögens der Bäckerei angeordnet hat. Das bedeutet, dass das Unternehmen nur noch mit Einwilligung des des vorläufigen Insolvenzverwalters über sein Vermögen verfügen darf.

„Die Bäckerei Miosga ist definitiv nicht überlebensfähig“, sagt der vorläufige Insolvenzverwalter Bernd Statz. Das Unternehmen habe permanent Verluste gemacht. Da nun nicht mehr produziert werde, weil die Bäcker mit Blick auf „extrem viele Überstunden“ (bis zu 600), auf deren Bezahlung sie keine Chance mehr hätten, nicht mehr arbeiteten, sei der Betrieb komplett zum Erliegen gekommen. „Für die 36 Mitarbeiter ist das eine traurige Situation“, weiß Statz.

Von Hartmut Zimmermann und Christine Zacharias

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