Bäcker sind empört: Münchener Konkurrent klagt Marke "Sonne" ein

Hersfeld-Rotenburg. Den Bäckereibetrieben droht eine Abmahnungswelle. Die Hofpfisterei aus München geht juristisch gegen Mitbewerber vor, die Brot oder Brötchen unter der Bezeichnung „Sonne“ im Sortiment führen. Dabei werden eine Unterlassungserklärung und mitunter tausende Euro fällig.

Die bayerische Großbäckerei bezieht sich bei den Abmahnungen auf die 1977 beim Patentamt eingetragene Wortmarke „Sonne“, mit der sich die Hofpfisterei in erster Linie ihr kreisrundes, zwei Kilo schweres Sonnenblumenbrot schützen ließ.

„Es ist ein Unding, dass ein so allgemeiner Begriff wie Sonne geschützt ist“, sagt Wilfried Brandau, Obermeister der Bäckerinnung Hersfeld-Rotenburg. Bisher sei in Hessen und damit auch im Landkreis noch kein Fall einer Abmahnung durch die Hofpfisterei bekannt. Seinen Informationen zufolge seien die Münchner Anwälte derzeit in Nordrhein-Westfalen aktiv.

Gemeinsam mit Innungs-Geschäftsführerin Margit Ebert hat Brandau die waldhessischen Kollegen per Rundschreiben vorgewarnt und empfiehlt gegebenenfalls die Umbenennung des Sortiments. Da die Anwaltskanzlei offensichtlich über das Internet nach verbotenen „Sonnen“ sucht, raten Brandau und Ebert, zunächst die Homepages zu überprüfen.

„Ich kenne Party-Sonnen aus meiner Kindheit“, sagt Dirk Bohn von der Kreishandwerkerschaft Hersfeld-Rotenburg. „Bei Dingen wie Dresdener Stollen oder Wiener Würstchen, weiß man, dass der Begriff geschützt ist. Aber bei Sonne?“ Bohn denkt, dass die aktuelle Abmahnungswelle auch durch Rechtsanwälte unterstützt wird. „Die sehen dort ein Betätigungsfeld“, sagt er und wirft eine weitere Frage auf: „Was ist mit Backbüchern, in denen Brotrezepte mit Namen Sonne stehen?“  

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