Gewerkschaft IG BAU kritisiert Bezahlung von Maler- und Lackierer-Azubis im Kreis

Azubis: Graue Perspektive

Maler-Azubis verdienen zu wenig, meint die IG BAU. Die Arbeitgeber blockieren laut der Gewerkschaft bessere Ausbildungsvergütungen. Foto: nh

Hersfeld-Rotenburg. Graue Job-Perspektive für den Maler-Nachwuchs: Die rund 30 Maler- und Lackierer-Azubis im Kreis Hersfeld-Rotenburg müssen laut der Handwerker-Gewerkschaft IG BAU Nordhessen weiter auf ein Lohn-Plus warten. Ebenso auf die Erstattung der Fahrtkosten zur Berufsschule und zum Ausbildungszentrum.

Nach Angaben der IG BAU Nordhessen blockieren die Arbeitgeber seit über einem Jahr jede Verbesserung bei den Ausbildungsvergütungen. Auch gegen eine Übernahmeregelung nach der Ausbildung sträubten sie sich, heißt es in einer Pressemitteilung. Genauso wie gegen eine zusätzliche Altersvorsorge und einen höheren Urlaubsanspruch. „Das Maler- und Lackiererhandwerk bietet zwar einen Arbeitsalltag mit bunten Farben, aber leider auch eine absolut graue Job-Perspektive“, sagt IG BAU-Bezirksvorsitzender Helmut Ruckert.

40 Euro mehr pro Monat für jeden Auszubildenden für das bevorstehende Ausbildungsjahr fordert die Handwerker-Gewerkschaft. „Die Azubis in den heimischen Betrieben erwarten und brauchen dieses Geld, nachdem es bereits im vergangenen Jahr keinen Cent mehr gab. Denn sie liegen bei den Azubivergütungen am unteren Ende“, sagt Ruckert. So bekomme ein Azubi im ersten Ausbildungsjahr lediglich 450 Euro pro Monat. Im dritten Ausbildungsjahr seien dies dann gerade einmal 635 Euro – und damit immer noch weniger als ein Azubi auf dem Bau bereits im ersten Jahr seiner Ausbildung erhalte.

„Die Arbeitgeber müssen Farbe bekennen: Wenn sie qualifizierten Nachwuchs wollen, dann müssen sie das Maler- und Lackiererhandwerk dringend attraktiver machen. Und dazu gehört auch eine angemessene Bezahlung. Es muss Schluss damit sein, dass Maler-Azubis als billige Arbeitskräfte regelrecht dazu benutzt werden, den schnellen Euro zu machen“, so Helmut Ruckert. Der Bezirkschef ruft die heimischen Handwerksbetriebe dazu auf, Druck auf ihre Verhandlungsführer zu machen. Diese hätten die Gespräche abgebrochen und den Tariftisch verlassen. „Maler und Lackierer, die sich ihre Welt in schönen Farben malen und die Realität nicht erkennen wollen, gehen mir auf den Pinsel“, sagt Ruckert.

Alexandra Nieding von der Kreishandwerkerschaft Hersfeld-Rotenburg zeigt sich über den Vorstoß der Gewerkschaft verwundert, da ganz aktuell noch Schlichtungsgespräche zwischen den Tarifpartnern liefen. „Diese warten wir erstmal ab“, so Nieding. Zu den Tarifpartnern zählten im Übrigen nicht die Arbeitgeber aus dem Kreis, sondern deren Verbands-Vertreter, will sie Missverständnissen vorbeugen. (red/nm)

Kommentare