Avanti Dilettanti

Kai A.

Mein Job ist seit dieser Woche etwas leichter geworden. Ich habe mir einfach ein paar pfiffige Berater gesucht. Die Schüler aus dem medien-pädagogischen Projekt „Zeitung in der Schule“ lesen die HZ mit ganz anderen Augen als wir Profis. Die Anregung von Alekss, sich mehr für arme Kinder einzusetzen, finde ich gut!

Bürgermeister Thomas Fehling fände es wohl auch gut, wenn wir mehr darüber schrieben, was er den ganzen Tag so tut, wie es Mine fordert. Er war nämlich etwas enttäuscht, dass die HZ nicht bei dem Termin war, als er den Defibrillator in seinem Privat-Auto vorgestellt hat – obwohl das natürlich eine gute Sache ist. Nicole indes schlägt vor, die Zeitung auf gift-grünem Papier zu drucken. Zur Hersfelder Stadtpolitik würde das gut passen...

Hinter den Kulissen brodelt es dort nämlich mal wieder: Nachdem Bernd Wennemuth, Fraktionschef von SPD, Grünen und FWG, die Pensionsbezüge des früheren Ersten Stadtrats Michael Bock öffentlich gemacht hatte, verlangte dieser eine Unterlassungserklärung. Weil Wennemuth die Unterschrift verweigerte, wird die Angelegenheit jetzt vor Gericht geklärt.

Warum eigentlich? Nicht erst seit der Affäre um Christian Wulff wollen wir gern genau wissen, was wer von wem warum bekommt. Und wenn alles seine Ordnung hat, muss man kein Geheimnis daraus machen, oder?

Unterdessen macht der umtriebige Hans-Jürgen Schülbe sich schon um Wulffs potenziellen Nachfolger Joachim Gauck Gedanken und will ihm erneut die Schirmherrschaft der Festspiele antragen. Dumm nur, dass wir bereits einen Schirmherren haben. Der heißt Martin Schulz und ist immerhin auch Präsident – des Europa-Parlaments. Und Schulz will auch wirklich zur Premiere kommen. Schülbes Vorstoß sorgt deshalb bei Polit-Insidern für Verwirrung. „Avanti Dilettanti“ urteilen sie über den gut gemeinten, aber nicht gut gemachten Schülbe-Vorschlag. Hoffentlich nimmt Schulz es nicht persönlich und kommt trotzdem!

Apropos Dilettanti: Passend zur beginnenden Fastenzeit sollte jetzt der Ortsbeirat in Hillartshausen auf Wunsch von Bürgermeister Gröll kritische Fragen zur geplanten Hähnchenmastanlage in dem Ortsteil von Friedewald beantworten.

Aber Fehlanzeige! Vielmehr merkte das Gros des Ortsbeirats an, dass die entscheidende Frage zu den langfristigen Auswirkungen für Hillartshausen ja an den Ortsbeirat Friedewald gerichtet gewesen sei. Tatsächlich hat es in dem Papier des Bürgermeisters diesen Schreibfehler gegeben. Also blieben die Antworten aus.

Pikant ist bei dieser Angelegenheit natürlich auch, dass der Ortsbeiratsvorsitzende derjenige ist, der die umstrittene Hähnchenmastanlage bauen möchte!

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