Autozentrale – alles aus!

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Bad Hersfeld. Die Autozentrale G. Klein in Bad Hersfeld schließt zum 31. Juli. Diese Übereinkunft haben die verbliebenen 20 Mitarbeiter des Ford- und Peugeot-Vertragshändlers mit Insolvenzverwalter Carsten Koch von der Kasseler Sozietät Leonhardt, Westhelle & Partner getroffen.

Die Entscheidung zur Aufgabe reifte in zwei Versammlungen vor und nach Ostern. Das bestätigten beide Partner übereinstimmend. Noch in dieser Woche erhalten die Mitarbeiter die Kündigungen. Die Verträge mit Ford und Peugeot gelten über das Ende der Firma hinaus. Solange wird weitergearbeitet.

Frank Robert Klein, der Inhaber des Autohauses, hatte am 28. September 2007 beim Amtsgericht in Bad Hersfeld Insolvenz angemeldet. Seitdem hatte Rechtsanwalt und Notar Carsten Koch im Auftrag der Gläubiger das Autohaus fortgeführt, das anfänglich 40 Mitarbeiter zählte. Der Insolvenzverwalter setzte darauf, einen Investor für die so genannte Fordzentrale zu finden, und einen intakten Betrieb mit einem treuen Kundenstamm zu hinterlassen.

Das ist zum Teil gelungen. Besonders der Verkauf „junger Gebrauchtwagen“ entwickelte sich gut und überbrückte die Zeit, bis die Abwrackprämie auch dem auf Peugeot und Ford spezialisierten Autohaus Auftrieb gab. „Bei Ford“ wurde Geld verdient.

Noch im September des vergangenen Jahres hatten die Gläubiger dem Vorschlag zugestimmt, den Betrieb fortzuführen. Damals hatte sich die Belegschaft allerdings bereits halbiert. Diese Situation hat sich nun so zugespitzt, dass in der Werkstatt gerade noch drei von ehemals 15 Monteuren den Service garantieren. Einen Service-Meister hat das Autohaus nicht mehr.

Jens Freisinger aus der Auftragsannahme und zwei weitere Monteure wechselten zum Dürkop-Autohaus in Bad Hersfeld, das seit der vergangenen Woche offiziell der zweite anerkannte Ford-Vertragshändler in Bad Hersfeld ist. Der Verkaufsleiter der Autozentrale hatte diesen Schritt schon früher vollzogen. Ein Großteil der Monteure hatte bald nach der Einleitung des Insolvenzverfahrens sichere Jobs gesucht, unter anderem bei K +S.

„Uns gehen die Mitarbeiter aus“, bestätigt Kfz-Monteur Nico Wildemann, der dem Betriebsrat angehört. Um die Lücke bei den Service-Meistern zu füllen, sei der pensionierte Kfz-Meister Karl-Heinz Steinberg aushilfsweise zurückgekehrt. Gerade zur Urlaubszeit sei der Betrieb nicht mehr unter zuverlässigen Bedingungen aufrecht zu erhalten.

Ein weiterere Faktor ist nach Angaben des Betriebsrats die Tatsache, dass in diesem Jahr der Mietvertrag für das Autohaus ausläuft. Im vergangenen Jahr hatte Frank Robert Klein, der nach wie vor Eigentümer der Immobilie an der Ecke Konrad-Zuse-Straße und Frankfurter Straße ist, den Kündigungstermin verpasst. „Es ist klar, dass ihm das in diesem Jahr nicht passieren wird“, sagt Betriebsratmitglied Wildemann.

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