Neue Technik trifft im Kreis auf Zustimmung und Skepsis

Automatischer Notruf im Auto ab 2018 Pflicht

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Hersfeld-Rotenburg. Ab 2018 gehört das automatische Notrufsystem eCall (Emergency Call, englisch für Notruf) in jeden Neuwagen, der in der Europäischen Union zugelassen wird. Das ist Beschluss der EU, die schätzt, dass dadurch die Zahl der Verkehrstoten um zehn Prozent gesenkt werden kann. Einige Autohersteller - Mercedes und BMW zum Beispiel - haben die Technik jetzt schon an Bord.

Der elektronische Notruf alarmiert bei einem schweren Verkehrsunfall die nächstgelegene Notrufzentrale. Ort und Zeit des Unfalls werden an die Leitstelle übermittelt, aber auch die Zahl der Wageninsassen und die Art des Treibstoffs. „Das ist insgesamt eine gute Sache, die Polizei begrüßt das“, betont Manfred Knoch, Pressesprecher der Polizeidirektion Hersfeld-Rotenburg. „Das System verringert Zeitverluste und es gibt wertvolle Informationen für die, die die Rettungskräfte alarmieren.“ Knoch verweist besonders auf Unfälle, die in der Nacht passieren: „Die werden ohne ein solches System oft erst Stunden später überhaupt entdeckt - für die Unfallopfer kann das zu spät sein.“

Mehrarbeit entsteht dabei nicht - im Gegenteil: Der Unfallort muss nicht erfragt werden. Die technische und personelle Ausstattung der Leitstelle bleibt daher auch unverändert, sagt Polizeisprecher Manfred Knoch.

Laut EU können durch die eCall-Pflicht jedes Jahr 2500 Leben gerettet werden. Die Kosten pro Fahrzeug für den Einbau der Technik betragen etwa 100 Euro. Kosten für die Nutzung entstehen nicht.

Doch es gibt auch Bedenken. Kurt Modenbach, Obermeister der Kfz-Innung im Kreis, begrüßt die Technik, verweist aber auf datenschutzrechtliche Bedenken. Und Jens Zilch, stellvertretender Vorsitzender der Kreisverkehrswacht, verweist darauf, dass die Auslösemechanismen vorher genauestens geprüft werden müssen.

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Von Rainer Henkel

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