Neues System soll Verkehrsbehinderungen bei Notfällen unterbinden - Security wird beschimpft

Lullusfest: Autofahrer und Anwohner genervt von strikten Zufahrtskontrollen

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Passen auf: Melanie Reinke und Lukas Drygalski vom Securitydienst verhindern an der Uffhäuser Straße die Weiterfahrt zum Bad Hersfelder Marktplatz.

Bad Hersfeld. Bis hierher und nicht weiter: Viele Anwohner und Autofahrer sind wegen des neuen Securitydienstes am Marktplatz in der Lollszeit, der die Einhaltung des Durchfahrverbotes garantieren soll, genervt.

Dabei sei der Marktplatz eigentlich schon seit 40 Jahren gesperrt, es habe sich nur keiner daran gehalten, sagt Helge Assi vom Lolls- Organisationsteam.

Immer wieder müssen sich Lukas Drygalski und Melanie Reinke vom Securitydienst (wir berichteten) nun Beschwerden und sogar Beleidigungen von Autofahrern und Anwohnern anhören, die dieses Jahr während der Lollszeit zum ersten Mal vergeblich versuchen, den Markplatz mit dem Auto zu erreichen.

Obwohl es auch in den vergangenen Jahren immer Absperrungen gegeben hatte, seien diese von Autofahrern kurzerhand weggeräumt worden, um den Marktplatz zu erreichen, so Melanie Reinke.

Bei der neuen Regelung und Überprüfung durch das Securitypersonal geht es um mehr Sicherheit und das Durchkommen von Rettungsfahrzeugen bei Notfällen – einmal kam es wegen eines Schwertransporters und mehreren Autos zu einem zweistündigen Stau – trotzdem zeigen sich die meisten Autofahrer erst nach langen Diskussionen einsichtig und verständisvoll.

Verständnis für das Problem hat auch die Inhaberhin der Bäckerei „Brot & Korn“, genervt von den Auswirkungen ist sie trotzdem. In ihrer Bäckerei sei die veränderte Situation während des Lullusfestes deutlich inm Niedergang der Kundenzahlen zu sehen. Kunden die schlecht zu Fuß seien, kämen momentan gar nicht und auch die Waren würden nicht mehr vor die Tür geliefert, sondern müssten selbst abgeholt werden.

Sind ebenfalls betroffen: Sandra Ide und Martina Pfeffer von Wendt’s Dorfladen.

Ein Lieferproblem haben auch die Mitarbeiter von Wendt’s Dorfladen, die normalerweise täglich Ware geliefert bekommen, da kein Lager vorhanden ist. Der Wagen dürfe nur sehr kurz halten und müsse in Höchstgeschwindigkeit ausgeladen werden, so Sandra Ide. Auch müssten die Mitarbeiter momentan in der Knottengasse parken und könnten nicht mehr wie gewohnt in der Nähe des Ladens halten.

Die Fußgänger, die auch während der Lollszeit ihre Einkäufe am Marktplatz erledigen, verstehen die ganze Aufregung hingegen nicht und können die Beschwerden vieler Autofahrer nicht nachvollziehen. Sie sind sich einig, dass man in den zwei Lolls-Wochen pro Jahr ruhig zu Fuß gehen oder die Stadtbusse nutzen könne, um die Geschäfte zu erreichen. Sie könnten das Probem der Anwohner zwar nachvollziehen, fordern aber trotzdem Verständs für die Situation und Geduld in den Festwochen.

Ob das neue System sich bewährt und in den nächsten Jahren so fortgeführt werden soll ist zur Zeit noch nicht klar. Noch stecke das Ganze in den Kinderschuhen, so Assi. „Es wird eine Nachbesprechung geben und für die Zukunft müssen wir dann schauen, ob oder wie ein solches Konzept funktioniert.“

Von Lisa-Marie Seifert

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