Bis zu 60 Kilometer Stau: Nach Schneefall ging auf A4 und A7 bei Hersfeld nichts mehr

Autofahrer eiskalt erwischt

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Kein Durchkommen für den Winterdienst: Weil liegen gebliebene Lastwagen beide Spuren der Autobahn A4 in Richtung Erfurt blockiert hatten, steckten auch die Räumfahrzeuge der Autobahnmeisterei Kirchheim zeitweise fest. Erst am Donnerstagvormittag wurde für den Winterdienst in der Sorgaer Senke eine Gasse gebildet.

Hersfeld-Rotenburg. Heftige Schneefälle in der Nacht zum Donnerstag haben den Verkehr auf den Autobahnen rund um Bad Hersfeld lahm gelegt. Auf der A4 in Richtung Eisenach mussten Autofahrer bei Temperaturen von minus zwölf Grad die Nacht in ihren Fahrzeugen verbringen. Einige steckten bis zu zwölf Stunden lang fest. Der Verkehr hat sich erst am Donnerstagnachmittag wieder normalisiert.

Das Schneetreiben fing bereits am Mittwochnachmittag an und wurde am Abend immer stärker. Stellenweise fielen 20 Zentimeter Neuschnee. An Steigungsstrecken zwischen Bad Hersfeld und Friedewald stellten sich mehrere Lastwagen auf schneeglatter Fahrbahn quer. Polizeisprecher Martin Schäfer kritisierte „einige unbelehrbare Lkw-Fahrer“, die versuchten, bereits fest steckende Lastzüge zu überholen. Als auch sie liegen blieben, waren beide Fahrstreifen blockiert. Auf der A4 bildete sich in beiden Richtungen ein 15 Kilometer langer Stau.

Autos ließen keine Gasse frei

Weil nachfolgende Fahrzeuge keine Gasse für Rettungsfahrzeuge frei ließen, kam auch der Winterdienst nicht durch. Vier Räumfahrzeuge steckten im Stau fest, bestätigte der Leiter der Autobahnmeisterei Kirchheim, Thomas Batzke.

Weitere Streufahrzeuge umfuhren den Stau und räumten die Autobahn entgegen der Fahrtrichtung. Da einige Lastwagenfahrer in ihren Führerhäusern schliefen, kam es zu weiteren Verzögerungen. „Die Streife der Autobahnpolizei musste von Fahrzeug zu Fahrzeug gehen und die Fahrer wachklopfen“, sagte Polizeisprecher Schäfer.

Das zog sich bis zum Morgen hin. Doch auch danach blieben immer wieder Lastwagen stecken. Der Verkehr fing erst am Nachmittag endgültig wieder an zu fließen. Bis dahin hatten sich auch auf den umliegenden Autobahnen A7 und A5 bis zu 60 Kilometer lange Staus gebildet, die zeitweise bis zum Kasseler Kreuz reichten. Sie lösten sich erst am späten Donnerstagnachmittag langsam auf.

Das Rote Kreuz aus Bad Hersfeld und Rotenburg hat derweil um die liegen gebliebenen Autofahrer betreut. „Schon in der Nacht haben wir sie mit mehreren hundert Litern heißem Tee, dutzenden von Würstchen und warmen Decken versorgt“, sagte DRK-Bereitschaftsleiter John Szoke.

Die Feuerwehren aus Bad Hersfeld, Niederaula, Kirchheim, Friedewald und Wildeck sowie das Technische Hilfswerk füllten die leeren Tanks liegen gebliebener Fahrzeuge auf. Auch die DLRG Bad Hersfeld half mit.

Von Marcus Janz

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