380-KV-Leitung: TenneT nimmt Sondierungsgespräche mit Kommunen auf

Ausweg Bahnstromlinie?

Bad Hersfeld. Als Alternative zu immer neuen Masten und Leitungsseilen vor den Fenstern der Menschen in Emrichsrode, Niederthalhausen, Oberthalhausen und in den Trunsbach-Höfen wurde in Gesprächen zwischen den Bürgermeistern in Alheim, Neuenstein und Ludwigsau eine Bündelung der 380-Kilovolt-Höchstspannungsleitung Wahle-Mecklar mit der Bahnstromlinie vorgeschlagen. Das berichtete TenneT-Pressesprecher Markus Lieberknecht im Gespräch mit der HZ. Technisch sei diese Variante zur Bündelung auf der bestehenden Trasse Borken-Mecklar machbar, sagte Lieberknecht. TenneT wolle an die Deutsche Bahn AG herantreten, um dort, wo es sich anbiete, eine Zusammenlegung zu besprechen. Das Bahnstromnetz wird mit einer Spannung von 110-Kilovolt betrieben.

Die Folge seien jedoch Mehrkosten von 25 Prozent. Es komme darauf an, was die Bundesnetzagentur davon halte.

Projektchef zu Gast

Zu Gast in den Gemeinden waren TenneT-Projektleiter Dr. Arno Gramatte und Jens Flemme vom Planungsbüro K2E aus dem norddeutschen Gifhorn.

Der Netzbetreiber geht davon aus, dass die Leitung wohl 2016 fertig sein wird. Um das Ziel 2015 zu erreichen, müsste nach Einschätzung des Unternehmenssprechers „alles klappen“. Die Feinplanung soll 2013 vorliegen. Dann werde es vor Ort noch Erörterungstermine geben. Die im Riedeselforst geplanten Windräder seien kein Hindernis für die Leitung. Der raumgeordnete Planungskorridor biete genügend Platz. Der zweieinhalbfache Rotorradius sei als Mindestabstand vorgeschrieben .

Nach der Aufnahme der planerischen Zwangspunkte in die Karte, die mit einem Hubschrauber gescannt wurde, werde der Netzbetreiber im Juli wieder mit einer verfeinerten Planungsunterlage auf die Gemeinden zukommen. Dazu werde es auch in unserem Landkreis Runde Tische gegeben. Bereits im Februar hatte TenneT in Melsungen zu solch einem Treffen eingeladen.

Ralf Wassermann, der 1. Vorsitzende der Bürgerinitiative „Keine 380-Kilovolt-Leitung im Kreis Hersfeld-Rotenburg, und dessen Stellvertreter Karsten Keidel, bemängeln in einer Pressemitteilung, dass sowohl das Treffen in Melsungen als auch der Runde Tisch in Ludwigsau keinerlei neue Erkenntnisse gebracht habe, wenn man von der bekannten Tatsache absehe, dass TenneT die Westtrasse beplant.

Interview

Von Kurt Hornickel

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