Bundesratsminister Boddenberg war zu Gast beim IHK-Regionalausschuss

Austausch auf Augenhöhe

Der Hessische Bundesratsminister Michael Boddenberg (CDU) war am Dienstagabend Gast beim IHK-Regionalausschuss und wurde von dessen Vorsitzendem Heinrich Leist (rechts) begrüßt. Foto: Pfromm

Bad Hersfeld. Der Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses, der Kathuser Unternehmer Heinrich Leist, hat für sein Gremium Klartext gesprochen. Der Hessische Bundesratsminister Michael Boddenberg (CDU) war jetzt Gast der heimischen IHK-Vertretung und wurde freundlich, aber ungeschminkt konfrontiert mit den Anforderungen der heimischen Wirtschaft zur Infrastruktur.

A 4 nach Westen notwendig

Dringlichstes Thema war die Verkehrswegeplanung allgemein, im Besonderen aber die Ost-West-Anbindung der Mittelpunktregion. Leist und der IHK-Regionalausschuss wollen es nicht akzeptieren, dass der Ausbau der A4 Olpe-Hattenbach, der weiter als dringend erachtet werde, nicht zuletzt durch das Verhalten des früheren Hessischen Wirtschaftsministers Dieter Posch (FDP) in denkbar weite Ferne gerückt sei.

Boddenberg erwies sich als eloquenter Gesprächspartner. Er sicherte zu, das Votum ernst zu nehmen und in die Bewertung der Landesregierung sowie in seine Lobby-Arbeit für Hessen in Berlin einfließen lassen zu wollen. Boddenberg nahm wahr, dass die heimische Wirtschaft keine Hilfsprogramme fordert, sondern öffentliche Investitionen in die Infrastruktur als Beitrag zur Entwicklung aus eigener Kraft. Wozu auch die Bahnanbindung, die Internetversorgung in ländlichen Gemeinden, die Situation der Schulen allgemein und die der Berufsschulen sowie des Standorts der Technischen Hochschule Mittelhessen in Bad Hersfeld im Besonderen zählen.

Thema war auch die Standortfrage behördlicher Einrichtungen. Noch einmal erinnerten die IHK-Mitglieder an aus deren Sicht fatale Entscheidungen der Landesregierung bezüglich der Gerichte, des Katasteramts oder der Straßenbaubehörde.

Frauen besser einbinden

Minister Boddenberg ging ausführlich auf Fragen zur Steuerpolitik, den bereits eingetretenen Fachkräftemangel auch im Landkreis Hersfeld-Rotenburg und die Notwendigkeit ein, dass Frauen zwingend besser und gleichberechtigt in den Arbeitsmarkt eingebunden werden müssen. Zudem müsse die Quote junger Menschen ohne qualifizierte Berufsausbildung deutlich verringert werden. Heinrich Leist mahnte in diesem Zusammenhang an, dass sich den Bereichen wie Mechanik und Elektrotechnik und gegebenenfalls darüber hinaus die verschiedenen Standorte für die praktische überbetriebliche Bildung möglichst im Schilde-Park in Bad Hersfeld bündeln sollten. (map)

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