Strenger Frost setzte Wintergetreide zu – die nächsten Tage zählen

Ausmaß der Schäden hängt vom Wetter ab

Hersfeld-Rotenburg. Entscheidend sind die nächsten Tage: Dann wird sich zeigen, wie groß im Landkreis Hersfeld-Rotenburg die Frostschäden an Getreide und Raps auf den Äckern sind. Dr. Wolff-Günther Gebauer von der Arbeitsgemeinschaft Land- und Wasserwirtschaft (AGLW) erwartet, dass viele der jungen Pflanzen, die zurzeit noch mehr braun als grün aussehen, sich erholen werden. Der Wintergerste und dem Winterweizen hat der strenge Frost ohne schützende Schneedecke stark zugesetzt.

Dr. Gebauer, der mit der AGLW in Alheim-Niedergude eine automatische Wetterstation betreibt, nennt Zahlen: So war es bis Ende Januar relativ warm, Plusgrade bis Mitte Januar, danach eine Durchschnittstemperatur von minus einem Grad. Anfang Februar fielen die Temperaturen in den Keller: Der Tiefpunkt war am 7. Februar mit minus 19,1 Grad Celsius erreicht. Die Wintergerste kann nach den Worten Gebauers ab minus 15 Grad Schaden nehmen, der Weizen verträgt mehr. Schäden sind ab minus 20 Grad zu erwarten. Der schnelle Fall der Temperaturen von Plusgraden bis auf minus 20 Grad habe den Pflanzen zugesetzt.

Wenn es jetzt warm bleibt, werden sich viele Pflanzen wieder erholen, erläutert Dr. Gebauer. Ganz schlecht wären allerdings Wechseltemperaturen, also tagsüber Plusgrade und nachts Frost.

Auch Friedhelm Diegel vom Kreisbauernverband rät zum Abwarten. Es zeige sich kein einheitliches Bild. „Anfangs sah es nach Totalausfall aus“, sagt er, nun aber zeige sich zunehmend das Grün. Trotzdem rechnet er mit Verlusten zwischen 20 und 40 Prozent. Kreislandwirt Horst Taube hält ebenfalls den vollen Ertrag für fraglich. Es sei noch zu früh für eine Beurteilung. Auch beim Raps gebe es hohe Blattverluste. Dennoch sei Trübsalblasen nicht angesagt. Man müsse abwarten, sich gedulden und die Natur machen lassen. HINTERGRUND, SEITE 2

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

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