Chorverein eröffnet Festspielsaison mit Werken von Karl Jenkins und Joseph Haydn

Ausmarsch der Musiker

Katharina Leyhe,Sopran Fotos: nh

Bad Hersfeld. Das Eröffnungskonzert der Festspielsaison des Chorvereins Bad Hersfeld verbindet abwechslungsreich und unterhaltsam weltliche und geistliche Musik des 18. und 20. Jahrhunderts: Die „Nelson-Messe“ Joseph Haydns (1732-1809), seine berühmte Abschiedssinfonie und das Concerto grosso „Palladio“ des zeitgenössischen Komponisten Karl Jenkins (*1944). Das Konzert beginnt am 27. April um 20 Uhr in der Stadthalle

Die Streicher der Frankfurter Sinfoniker eröffnen den Abend mit Jenkins „Palladio“, das als Titelmusik der Brillanten-Werbung bekannt geworden ist. Es ist inspiriert von Bauten des Renaissance-Architekten Andrea Palladio in Venedig. Karl Jenkins, der in den vergangenen Jahren mehrfach mit großem Erfolg in Bad Hersfeld zu hören war, hat eine unverwechselbare Tonsprache gefunden, die afrikanische, europäisch-barocke, romantische, aber auch moderne minimalistische Musikelemente miteinander kombiniert.

Ungewöhnliches Ende

Haydns „Abschiedssinfonie“ ist ein Klassiker der sinfonischen Musikliteratur und gleichzeitig Haydns experimentellste Sinfonie: Sie steht als einzige seiner über 100 Kompositionen dieser Gattung in fis-Moll, ist die Differenzierteste in Dynamik und Rhythmik und endet ungewöhnlich mit einem langsamen Satz, in dem nach und nach das gesamte Orchester die Bühne verlässt. Damit wollte Haydn der Überlieferung nach seinem Arbeitgeber, dem Grafen Esterhazy, auf humorvolle Weise vermitteln, dass die Musiker genug vom Sommerexil in Ungarn hatten und zurück zu ihren Familien ins geliebte Wien wollten.

Die „Nelson-Messe“ heißt im Untertitel „Missa in angustiis“ (Messe in Zeiten der Bedrängnis), wurde aber noch zu Lebzeiten Haydns zu Ehren von Admiral Nelsons Sieg über Napoleon bei Abukir umbenannt. Die „Zeit der Bedrängnis“ könnte sich generell auf die äußere politische Instabilität und eine insgesamt kriegerische Zeit beziehen, möglich ist auch der Bezug auf eine innere Bedrängnis des alternden Haydn. Und es gab noch eine Bedrängnis: Fürst Nikolaus II von Esterhazy hatte aus Geldgründen die Holzbläser entlassen, sodass Haydn nur eine auf Streicher, Orgel und Blechbläser beschränkte Fassung schreiben konnte. Später ergänzte er die Partitur mit den Holzbläsern.

Bekannte Solisten

Auch in diesem Jahr präsentiert der Chorverein bekannte Solisten aus deutschen Opernhäusern. Katharina Leyhe (Sopran) aus Köln ist unter anderem Preisträgerin des Richard-Strauss-Wettbewerbes in München und kann bereits auf eine ausgiebige internationale Konzerttätigkeit unter namhaften Dirigenten blicken. Kaja Plessing (Alt), ist neben ihren Theater- und Konzertengagements auch Gesangspädagogin an der Falckenberg-Schule in München. Hubert Schmid (Tenor) ist einer der „Jungen Tenöre“ und ein gefragter Solosänger. Nach längerer Zeit ist Rolf Scheider (Bass) wieder einmal in Bad Hersfeld zu hören. Neben seinen zahlreichen Konzertengagements findet er immer wieder Zeit für das Opernfach. Es spielen die Frankfurter Sinfoniker unter der Leitung von Helgo Hahn. (red/zac)

Kartenvorverkauf: Karten sind in der Kartenzentrale der Bad Hersfelder Festspiele und dem Modehaus P. K. Wolff, Badestube 6a erhältlich.

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