Internationale Studie: Stadt ist eher unattraktiver Studienstandort

Ausländische Studenten halten wenig von Kassel

Kassel. Die Universität Kassel belegt bei einer internationalen Studenten-Befragung einen Platz im Mittelfeld: Sie erreicht Platz 115 von 208 Hochschulen, die weltweit teilgenommen haben. Im deutschlandweiten Vergleich landet sie auf Platz 20 von 34 Unis. Getrübt wird das Ergebnis durch das unterdurchschnittliche Abschneiden des Uni-Umfeldes: Als vergleichsweise schlecht bewerten die Kasseler Umfrageteilnehmer die Attraktivität Kassels als Lebensort für Studenten: Platz 168, bundesweit Platz 31.

Für die Studie „International Student Barometer 2011“ wurden 178 000 Studenten befragt, die bereits an unterschiedlichen Universitäten Erfahrungen gesammelt haben. An der Uni Kassel studieren etwa 2500 Ausländer, von denen 453, also etwa 20 Prozent, an der Befragung der Agentur „International Graduate Insight Group“ teilgenommen haben. Sie bewerteten die Hochschule anhand von 87 Kategorien.

Es gibt auch viele Pluspunkte für den Studienstandort Kassel: Gut schneidet die Stadt etwa bei den Unterkunfts- und Lebenshaltungskosten ab. Eine internationale Spitzenposition belegt der nordhessische Campus bei der Versorgung durch Mensen und Cafeterien. Hier erreicht die Hochschule den elften Platz, während es bei der Ausstattung mit Technologie nur für Rang 154 reicht.

„Mit dem Abschneiden sind wir zufrieden. Klar ist, dass Kassel für junge Leute weniger zu bieten hat als Köln oder Berlin – daran lässt sich aber kaum etwas ändern“, sagt Uni-Sprecher Guido Rijkhoek. Zu diesem Ergebnis sei die Uni auch durch eigene Befragungen ihrer ausländischen Studenten gekommen. „Sie kommen nicht unbedingt wegen der Stadt an die Kasseler Universität.“

Beim „International Student Barometer“ erreichte die Uni Göttingen Platz eins unter den deutschen Hochschulen. International reichte es für Platz fünf. Zum Tage, 2. Seite

Von Bastian Ludwig

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