Islamfeindliche Hetze – Polizei nimmt den Fall ernst

Ausländerbeirat erhält Drohbriefe

Bad Hersfeld. Der Ausländerbeirat in Bad Hersfeld hat anonyme und islamfeindliche Drohbriefe erhalten. Die Hetzschriften richteten sich gegen Migranten und den Islam. Absender sei ein „Freundeskreis Karl Martell, Ortsverband Kalkobes“ erklärt Hansjörg Hirschfelder vom Ausländerbeirat.

In den Schreiben würden Muslime als „Untermenschen“ bezeichnet, die sich „verpissen sollen“. Karl Martell (714 - 741) war ein Feldherr aus dem Frankenreich und Großvater von Karl dem Großen. Er wird oft als „Retter des Abendlandes“ bezeichnet, weil er 732 bei der Schlacht von Tours und Poitiers die Mauren besiegte.

Im Internet finden sich Webseiten der „Mission Europa Netzwerk Karl Martell“, die sich gegen eine zunehmende Islamisierung Europas wenden. Ziel des Netzwerkes sei es, „die Kultur und Zivilisation des Europäischen Kontinents gegen destruktive Einflüsse von außen“ zu bewahren, heißt es dort.

Hansjörg Hirschfelder vermutet, dass die Drohbriefe in einem Zusammenhang mit den gegenwärtigen Auseinandersetzungen um das Mohamed-Video stehen. Der Ausländerbeirat will heute bei der Polizei Strafanzeige wegen Volksverhetzung stellen.

Polizeisprecher Manfred Knoch nimmt die Sache ernst und verweist auf den Staatsschutz. Generell sollte in solchen Fällen, wo der Verdacht auf Volksverhetzung besteht, Anzeige bei der Polizei gestellt werden. (kai)

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