Am Sonntag Beiratswahlen in Bad Hersfeld und Bebra

Ausländer wählen ihre Interessenvertretung

Hersfeld-Rotenburg. Der kommende Sonntag ist nicht nur in Bad Hersfeld, wo ein neuer Bürgermeister gesucht wird, ein Wahltag, sondern auch in Bebra. Hessenweit finden an diesem Tag die Wahlen zum Ausländerbeirat statt.

Ziel dieser Gremien ist es, Migrantinnen und Migranten, die nicht wählen dürfen, ein kommunalpolitisches Mitspracherecht an die Hand zu geben. Aber auch Menschen mit doppelter Staatsangehörigkeit, wie der Bad Hersfelder Stadtverordnete Sahin Cenik, amtierender Vorsitzender des Ausländerbeirats, dürfen wählen. Wie der Name andeutet, hat der Ausländerbeirat wie ein Ortsbeirat lediglich das Recht, beratend zu wirken.

In 91 Kommunen stehen die Ausländerbeiräte zur Neuwahl an. Als Motto des Wahlgangs hat der Landesausländerbeirat den Aufruf „Hier leben, hier wählen!“ herausgegeben. Der Ausländerbeirat ist eine Interessenvertretung für die Menschen, die seit mindestens drei Monaten im Land sind, und als Auswanderer, Flüchtlinge oder übergangsweise bei uns ihren Wohnsitz genommen haben.

Das Interesse steigt

In Bad Hersfeld hat die Stadtverwaltung 1762 Wahlberechtigte angeschrieben. Sie können von 8 bis 18 Uhr im Rathaus-Sitzungssaal zur Urne schreiten und nach dem Muster einer Ortsbeiratswahl über die Zusammensetzung ihrer Interessenvertretung abstimmen. Für die 15 Plätze, die der Ausländerbeirat umfasst, gibt es nach Angaben von Wahlleiter Rudi Dahinten 16 Bewerber. Oben auf der Liste steht Göksel Durak, Vorsitzender des Kickerclubs FC International. In Bebra führt Turan Tabkin, der amtierende Vorsitzende des Ausländerbeirats, die Liste der 13 Bewerber an, ausschließlich türkische Männer. Wie in Bad Hersfeld, so gibt es auch in Bebra nur ein Wahllokal im jeweiligen Rathaus.

In Bebra lag vor fünf Jahren die Wahlbeteiligung bei 18,5 Prozent, hessenweit ein Spitzenergebnis. In Bad Hersfeld wurden 15,9 Prozent erreicht, nach 7,1 Prozent in 2001. HINTERGRUND; ZUM TAGE

Von Kurt Hornickel

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