Glanzvolles Abschlusskonzert der Sängertage im Bachhaus in Bad Hersfeld

Ausgewogener Chorklang

Unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Klaus-Jürgen Teutschbein präsentierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Chorsängertage im Bachhaus ein anspruchsvolles Konzert. Foto: nh

Bad Hersfeld. „Alta Trinitá beata“. Mit einem Lob auf die heilige Dreifaltigkeit, dem bekannten Hymnus eines anonymen italienischen Komponisten aus dem 16. Jahrhundert, zog der Chor in den großen Saal des Bach-Hauses feierlich ein. Dann erwartete die zahlreichen Besucher ein ambitioniertes Konzert unter Leitung von Kirchenmusikdirektor Klaus-Jürgen Teutschbein.

Ein Wagnis, wie der Weimarer Professor für Gesang betonte. In nur drei Tagen probte der große Chor das umfangreiche Konzert mit Kompositionen alter und neuer Meister zur Weihnachts- und Epiphaniaszeit ein. Etwa 45 Sänger aus ganz Deutschland hatten sich zu den Chorsängertagen in der Musischen Bildungsstätte im Bach-Haus zum gemeinsamen Singen, zu interessanten Gesprächen und gemütlichem Beisammensein zusammengefunden.

Aus Felix Mendelssohn Bartholdys „Sechs Sprüche zum Kirchenjahr op. 79“ stammen die Sätze „Frohlocket, ihr Völker“ und „Erhaben, o Herr“. Der Chor intonierte die bereits zu Klassikern der Kirchenmusik gewordenen achtstimmigen Sätze mit kräftigen Stimmen, die die weihnachtliche Freude ins neue Jahr hinüber strahlen ließen.

Im Halbkreis ums Publikum

Für den feierlichen Schlusschor „Tolite hostias“ aus dem Weihnachtsoratorium von Camille Saint-Saens stellte sich der Chor anschließend im Halbkreis um das Publikum herum, so dass die Sänger alle nebeneinander und teilweise hinter dem Publikum standen. Auf diese Weise war der Klang, je nachdem, wo der Zuhörer saß, etwas anders und die Zuschauer waren in besonderer Weise einbezogen, was außerordentlich reizvoll war. Rolf Henry Kunz begleitete an der Orgel mit festlichem Registereinsatz.

Es folgte die Motette zum Neujahr „Jauchze, frohlocke du himmlischer Chor“ eines unbekannten thüringischen Meisters aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Solistische Glanzpunkte setzten Marlies Fey aus Bebra und Gabriele Suchlar aus Bad Hersfeld (Sopran) sowie Franziska Beck (Alt) aus Passau.

Mit besonderer Freude kündigte Teutschbein den Komponisten der Motette „Das Volk, das im Finstern wandelt“ an: Rainer Pecher aus Frankenberg war mit seiner Frau Maria zu den Chorsängertagen angereist. Beide sangen im Chor mit. Pecher komponierte die Motette 1994 und vertonte darin einen Text aus Jesaja 9,2. Der Chor interpretierte das anspruchsvolle Werk mit großer Innigkeit und ausgewogenem Chorklang.

Besonders beeindruckend, weil mit schwierigen Passagen ausgestattet: Das erst kürzlich in Berlin uraufgeführte Werk des Berliner Cembalisten, Organisten und Komponisten Armin Thalheim. Er vertonte Dietrich Bonhoeffers Text „Von guten Mächten wunderbar geborgen“. Marlies Fey (Sopran) sang die Solostellen klangschön und ausdrucksvoll.

Ergänzt wurden die Chorpartien durch Orgelstücke, die Rolf Henry Kunz und Siegfried Heinrich an der Bach-Orgel und auf dem Orgelpositiv einzeln oder gemeinsam vortrugen.

Hochmusikalisch und dynamisch führte Teutschbein mit einem immer sicheren Gespür für das richtige Tempo und die rhythmische Geste durch das die Jahrhunderte umspannende Musikprogramm. Insgesamt ein Konzert mit hohem Anspruch. Aber das Wagnis war gelungen. Der Chor sang sicher und bis auf kleine Intonationsschwächen am Anfang sauber und klangschön. Die Orgelwerke ergänzten das nachweihnachtliche Konzert mit festlichen Klängen.

Erfüllt von der Musik dieser wunderbar zusammengestellten Werke spendeten die Zuhörer langanhaltenden Beifall.

Von Eva Naumann

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