Sprechstunde bei Volker Bouffier: Windkraft und Straßenbau bewegen die Bürger

Ausflug in die Landespolitik

Die Bürgersprechstunde nutzte die Bürgerinitiative „Rettet den Buchwald“, um auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen. Foto: Maaz

Bad Hersfeld. Schnell noch eine rauchen, gute Bekannte begrüßen, und dann konnte es gleich losgehen. Es war die 13. Bürgersprechstunde von Volker Bouffier (CDU), aber die erste nach der Wahl. So gesehen war der „Auftritt“ des hessischen Ministerpräsidenten in der Bad Hersfelder Stadthalle am Dienstagabend schon etwas Besonderes. Für einige Bürger war es die Gelegenheit, ihre Fragen und Anliegen einmal direkt an den „Landesvater“ heranzutragen.

Etwa 80 Interessierte waren der Einladung Bouffiers gefolgt – darunter natürlich politische Freunde oder Offizielle, aber eben auch „normale“ Bürger und Wähler. Die Chance, die erste Frage des Abends zu stellen, nutzte Reinhard E. Matthäi, der einmal mehr die Verzögerungen und die gestiegenen Kosten beim Neubau der B 27 als Ortsumgehung für Hauneck kritisierte, wofür er die Planer von Hessen Mobil verantwortlich macht. Ganz diplomatisch nahm Bouffier diese erstmal in Schutz: „Alle hessischen Dienststellen arbeiten großartig“, versicherte Bouffier. Er versprach aber auch, sich der Sache anzunehmen. „Ich kümmere mich persönlich darum, Sie können in zwei bis drei Wochen mit einer Rückmeldung rechnen.“

Um finanzielle Unterstützung von Landesseite für die Tierheime bat Winfried von Alpen, Vorsitzender des Bad Hersfelder Tierschutzvereins als Betreiber des Tierheims im Kreis, was den Ministerpräsidenten zu einem „kleinen Ausflug“ in die Thematik des Geldverteilens auf Landesebene veranlasste. „Wenn wir es schaffen wollen, ab 2020 keine neuen Schulden zu machen, muss man beim Geldausgeben auch mal auf der Bremse stehen“, so Bouffier. Gleichwohl sei das Thema „auf der Pfanne“. Noch ist die finanzielle Unterstützung der Tierheime Sache der Kommunen, die laut Bouffier insgesamt betrachtet so viel Geld hätten wie nie.

Einen Großteil der auf zwei Stunden anberaumten Sprechstunde, die von schwarz gekleidetem Sicherheitspersonal „überwacht“ wurde, nahm schließlich wie zu erwarten die Windkraft ein. Vertreter der Bürgerinitiative „Rettet den Buchwald“, die gegen die Errichtung von Anlagen im Wald zwischen Dinkelrode, Wippershain und Wüstfeld sind, hatten Bouffier auch gleich ein symbolisches Geschenk mitgebracht: ein Paar grüne Socken.

Dafür gab es vom Landesvater mit der sonoren Stimme eine Umarmung, aber eben auch den Hinweis, dass Windkraft grundsätzlich auch im Wald möglich sein müsse, wenn die Energiewende in Hessen gelingen soll. (nm)

Kommentare