Hersfelder erleben ihre Stadt wie Touristen – Erfolgreiche Aktion des Stadtmarketingvereins

Mit den Augen des Fremden

In 37 Meter Höhe beförderte ein Steigerwagen der Firma Begoin die Hersfelder Touristen, die sich einen Überblick über das gesamte Schilde-Areal verschaffen wollten. Fotos: Konopka

Bad Hersfeld. In der Heimatstadt auf Entdeckungsreise gehen. Lohnt sich das überhaupt? Schließlich denken die meisten Einwohner, alle Ecken und Winkel, die Geschichte und die Persönlichkeiten der Stadt zu kennen. Es war die Idee von Jürgen Schierz vom Bad Hersfelder Stadtmarketingverein, den „Herschfellern und Hergeloffenen“ anzubieten, die Lullusstadt einmal aus dem Blickwinkel eines Touristen zu erleben.

Unglaublich viele Einheimische, unter die sich auch Gäste von außerhalb mischten, nahmen am Samstag das Angebot an. Wetterfeste Kleidung, Schirm, Proviant, Fotoapparat, aber auch eine Sonnenbrille gehörten zur Standardausrüstung, und wer vorausschauend genug war, trug bequemes Schuhwerk.

Das zahlte sich im Laufe des Tages aus. Zum Beispiel bei den Stadtführungen, die zunächst zur Stadtkirche, zum Rathaus mit dem Lullusbrunnen führten und nach einem Abstecher zum Mückenstürmerdenkmal beim Linggdenkmal endeten. Von da aus waren es nur noch wenige Schritte bis zum Stiftsbezirk.

Hier warteten schon die Hersfelder Mönche mit einem typischen „Herschfeller Imbiss“. Gestärkt mit Ahler Wurscht, Klosterbrot und einem Becher Wein konnten sich die Touristen entscheiden. Vielleicht in Grebes Gewölbekeller hinabsteigen, einen Blick in die Hospitalkapelle werfen, die man noch nie von innen gesehen hat? Oder doch an einer Führung durch Deutschlands zweitschönsten Kurpark teilnehmen? Ist das zeitlich drin?

Denn schließlich interessierte nicht nur die Bad Hersfelder Vergangenheit, die fachkundig erläutert und mit lustigen Anekdoten aufgelockert wurde. Es lockte auch ein Blick in die Zukunft - und das in schwindelerregender Höhe. Die Firma Begoin stellte einen Steiger mit „Passagiergondel“ zur Verfügung, von der aus das Schilde-Areal aus der Vogelperspektive bestaunt werden konnte.

Bürgermeister Hartmut H. Boehmer informierte zudem über „wortreich“, die künftige „Wissens- und Erlebniswelt“, die nach Fertigstellung pro Jahr rund 120 000 zusätzliche Touristen in die Stadt locken soll.

Die vier denkmalgeschützten Hallen galt es zu erhalten als Zeugnis der Hersfelder Industriegeschichte. Deren künftige Nutzung als erste Hersfelder Mini-Universität, Industriemuseum sowie Veranstaltungshalle und die gärtnerische Neugestaltung erläuterte Boehmer anhand eines Modells und schürte damit die Vorfreude.

Fazit des Tages: In dieser Stadt lässt es sich nicht nur gut leben, hier gibt es auch viel zu erleben und Neues zu entdecken. klingbeil...

Von Gudrun Schmidl

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