Heute eröffnet die Ausstellung „Woodlands“ des international bekannten Fotokünstlers Mat Hennek

Mit dem Auge im Wald versinken

Woodlands: Großformatige Aufnahmen von Wäldern und Bäumen sind in einer neuen Ausstellung des renommierten Fotografen Mat Hennek in der Galerie im Stift zu sehen, die heute Abend eröffnet wird. Foto: nh/Hennek

Bad Hersfeld. Früher hat Mat Hennek die Stars aus Pop, Rock und Klassik fotografiert. Sting, David Byrne, Tracy Chapman, die Gruppe Rammstein, Hilary Hahn oder Anna Netrebko wurden von ihm für Plattencover und PR-Fotos der großen Plattenfirmen in Szene gesetzt – oft unter schwierigen Umständen, weil prominente Künstler mit ihren Ansprüchen und Befindlichkeiten selten einfache Fotomotive sind.

Doch das ist Vergangenheit. Heute hält Mat Hennek bei der Arbeit vor allem Zwiesprache mit sich selbst – und der Natur, die er auf seinen Bildern festhält. Seine bekannteste Arbeit ist dabei die Serie „Woodlands“, die ab heute in der Galerie im Stift im Kapitelsaal des Bad Hersfelder Museums ausgestellt ist.

„Woodlands“ zeigt 19 großformatige, quadratische Aufnahmen von Wäldern. Entstanden sind die Bilder an ganz verschiedenen Orten zu unterschiedlichen Jahres- und Tageszeiten. Eines ist jedoch allen Motiven gemein: Die Größe der Abzüge – 63 x 63 beziehungsweise 110 x 110 Zentimeter – lädt das Auge ein, im Wald zu versinken. So wirken die „Woodlands“ aus einem Abstand von zwei, drei Metern fast dreidimensional und blenden das Umfeld links und rechts vollkommen aus.

Wer so ins jeweilige Motiv eintaucht, der erkennt, dass Hennek hier nichts dem Zufall überlassen hat, bevor er den Auslöser betätigt hat. Jeder Sonnenstrahl, der gewählte Ausschnitt und die Abstufung von Vorder- und Hintergrund ergeben erst das Ganze, das das Auge des Betrachters anzieht. Jedes Bild ist das Ergebnis eines zeitaufwendigen Prozesses, der mit der Suche nach einem geeigneten Ort – gewöhnlich abseits von den üblichen Wegen –, der geeigneten Kameraposition – meist leicht erhöht – und der Post-Produktion am heimischen Computer nur unzureichend beschrieben ist. Denn Hennek geht es mit seinen Fotos ja nicht um die Dokumentation des Augenblicks, sondern um die künstlerische Umsetzung seiner Wahrnehmung.

Vor Ort ist das dann oft eine Sache von Minuten und Zentimetern mit dem Risiko, dass Hennek auch nach längeren Ausflügen ohne das erhoffte gute Foto nach Hause zurückkehrt. Normal ist es hingegen, dass von 300 Aufnahmen am Ende gerade einmal ein knappes Dutzend eine nähere Betrachtung wert sind.

Dauerprojekt

„Woodlands“ ist im Übrigen ein Dauerprojekt, das 2006 begonnen hat und das bis in die Gegenwart reicht. Die Hersfelder Ausstellung deckt diese Zeitspanne ab.

Öffentlich zu sehen sind Henneks Aufnahmen übrigens auch in Berlin: Im Hotel Hyatt Regency am Potsdamer Platz hängen mehrere Motive von „Woodlands“ in Lobby und Bar. Ein überdimensionales Bild ziert zudem die Fassade.

Verkäuflich

Verkäuflich sind Henneks Waldbilder in beiden erwähnten Formaten, wobei die Auflagen zwischen drei und zehn Exemplaren liegen. Die Preise beginnen bei 2600 Euro. Auch kleinere Prints sind erhältlich.

Mat Hennek, geboren 1969 in Freiburg und seit 2007 mit der weltbekannten französischen Pianistin Hélène Grimaud liiert, befindet sich zurzeit im Urlaub in seiner Wahlheimat New York.

Vertreten wird er bei der Vernissage der Ausstellung heute Abend (Beginn 18.30 Uhr) durch seinen Freund und Manager Robert Schultze. Er wird über Henneks Arbeit und dessen Arbeitsweise informieren. Begrüßt werden die Gäste der Vernissage – der Eintritt ist frei – durch Stadträtin Birgit zum Winkel. Für die musikalische Umrahmung sind Wolfram Waldeck und ein Partner zuständig.

Die Ausstellung „Woodlands“ ist bis zum 11. Oktober zu sehen. Öffnungszeiten: dienstags bis samstags von 10 bis 12 und von 15 bis 17 Uhr, sonntags von 11 bis 17 Uhr. Eintrittspreis ins Museum: zwei Euro.

www.mathennek.com

Von Karl Schönholtz

Kommentare