Hersfelder Ventilatoren-Hersteller stattet 57-Kilometer-Röhre aus

TLT hat Auftrag für neuen Gotthard-Tunnel

Bad Hersfeld. Was vor zwei Jahren mit einer spektakulären Versuchsreihe im Forschungs- und Entwicklungszentrum am Seilerweg begann, das bescherte dem Bad Hersfelder Ventilatoren-Hersteller TLT Turbo GmbH jetzt den millionenschweren Auftrag für die Betriebslüftung des 57 Kilometer langen Gotthard-Basistunnels in der Schweiz.

Gemeinsam mit dem Energietechnik-Spezialisten ABB wird TLT-Turbo in einem offenen Konsortium die größte je gebaute Tunnel-Betriebslüftung entwickeln, herstellen und einbauen. Auftraggeber ist AlpTransit Gotthard AG, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB).

Die Ventilatoren werden in Lüftungszentralen eingesetzt und regeln die Luftzufuhr in diesem Eisenbahntunnel, der nach seiner Fertigstellung im Jahre 2016 der längste der Welt sein wird. Das Auftragsvolumen beläuft sich auf 40 Millionen Schweizer Franken (etwa 33,3 Millionen Euro), rund die Hälfte entfällt auf die TLT-Turbo GmbH als 100-prozentige Tochter der Siemens AG.

„Wir sind stolz, bei diesem Jahrhundertprojekt dabei sein zu dürfen“, meint Hartmut Brandau, Geschäftsführer der TLT-Turbo GmbH. „Wir freuen uns über das Vertrauen des Kunden, dass wir den komplexen technischen Herausforderungen gewachsen sind.“ Udo Jung, Geschäftsbereichsleiter Gebäude- und Tunnelventilatoren, fügte hinzu: „Hier hat unsere Vertriebsmannschaft aus Zweibrücken mit Projektleiter Andreas Kuhn an der Spitze einen richtig guten Job gemacht.“

Eine besondere Herausforderung waren bei den 351 bereits montierten Edelstahlventilatoren die hohen Druckstöße im Tunnel, die durch die mit hoher Geschwindigkeit durchfahrenden Züge verursacht werden. Die Ventilatoren zeichnen sich durch einen kontinuierlich stabilen Arbeitsbereich aus. Dies hat TLT bereits bei den Versuchen im Seilerweg nachweisen können.  hintergrund

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Von Karl Schönholtz

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