Weihnachtsgala mit Olivia Molina in der Stadtkirche - seit 50 Jahren auf der Bühne

Auftakt zur letzten Tournee

Nicht allein: Olivia Molina wird bei ihrer Weihnachtstournee von einem hochkarätig besetzten Ensemble begleitet. Fotos: Schmidl

Bad Hersfeld. „Das hätte ein deutsches Schunkellied sein können“, errät Olivia Molina offenbar die Gedanken ihres Publikums, das beim Rhythmus von „Soy Carpintero“ kaum still sitzen konnte. Die Sängerin, Komponistin und Produzentin wählte zum Auftakt ihrer 28. Weihnachtstournee mit Bad Hersfeld die Stadt aus, mit der sie viele berufliche und persönliche Erinnerungen verbindet.

Mitreißender Auftritt

Durch die ideelle Förderung der „Gesellschaft der Freunde der Stiftsruine“ und der traditionell großzügigen Unterstützung der Hersfelder Zeitung kam ihre noch immer große Fangemeinde am Samstag in den Genuss einer mitreißenden Weihnachtsgala in der voll besetzten Stadtkirche.

Mit ihrer definitiv letzten Weihnachtstournee feiert sie gleichzeitig ihr fünfzigjähriges Bühnenjubiläum und nimmt dieses zum Anlass, ihrem Publikum und ihren Freunden für Treue und Begeisterung, aber auch für die Spenden an ihren Verein „Patenschaft Kinder Lateinamerikas – Olivia Molina e.V.“, zu danken.

Die Begeisterung für die unglaublich schönen und tief gehenden, aber auch fröhlichen und sinnlichen lateinamerikanischen Weihnachtslieder übertrug sich schnell auf das Publikum, obwohl die Texte den meisten „spanisch vorkamen“.

Musikalische Schätze

Strahlend: Olivia Molina verabschiedet sich von ihrem Publikum. Mehr als 150 südamerikanische Weihnachtslieder hat sie gesammelt und auf zehn CDs für die Nachwelt verewigt. Zum Bühnenjubiläum habe sie sich selbst ein Liederbuch geschenkt, in dem sie 20 ihrer schönsten Weihnachtslieder mit Noten für Piano und Gesang festgehalten hat.

Olivia Molina sang diese von ihr über Jahre gesammelten Schätze natürlich in der Landessprache, erläuterte zum besseren Verständnis aber vorab den Inhalt der Lieder. „Bei „Navidadau“ aus Bolivien sang sie die ersten zwei Verse in der Indianersprache Quechua, „Virgen de Guadalupe“ aus ihrer Heimat Mexiko ist der mexikanischen Madonna gewidmet, „Zamba de Cuna“, ein kleines süßes Lied aus Argentinien zauberte auch ein Lächeln auf das Gesicht der charismatischen Sängerin mit deutsch-mexikanischen Wurzeln. Auch nach fünfzig Jahren auf der Bühne widmet sie sich ihrer künstlerischen Aufgabe mit ganzer Hingabe und stimmgewaltig wie immer.

Begleitet wurde sie bei ihrem zweistündigen Programm von ihren „wunderbaren Musikern“. Rolf Zielke am Klavier ist musikalischer Leiter des hochkarätig besetzten Ensembles, zu dem auch Simon Quinn (Kontrabass), Albert Vila (Cello), Nicolai Ciornii (Violine), Omar Gonzales (Gitarre, Bombo) und Jörg Miegel (Querflöte, Klarinette) gehören. Bei dieser Weihnachtsgala gab es eine Besonderheit, denn das Ensemble glänzte mit zwei begeistert beklatschten Instrumentaltiteln: „Cantemos al Nino Jesus“, ein kubanisches Lied, das viele offenbar aus dem Musikfilm „Buena Vista Social Club“ kannten und dem immer wieder gern gehörten „Ave Maria“.

Olivia Molina Konzert in der Stadtkirche

Höhepunkt des Konzertes war die „Misa Latinoamericana“, die Olivia Molina 1980 im Auftrag von Bischof Emil Stehle für Adveniat komponierte. Zum stimmungsvollen Abschluss sang die Künstlerin das deutsche Weihnachtslied „Stille Nacht, heilige Nacht“, passend zum Konzert in spanischer Sprache. Schließlich gab es stehende Ovationen für eine Künstlerin, die hinter dem steht, was sie tut.

Von Gudrun Schmidl

Kommentare